Historisches

Arbeit an den Archivarien

 


 

"Jahrbuch 99" (Kröger)

Die Forschungsstelle Schlaffhorst ‑ Andersen (Bad Nenndorf)
als Archiv des Werkes Schlaffhorst ‑ Andersen

Rüdiger Kröger, gebürtiger Hannoveraner, Jahrgang 1967, studierte in Hannover und Göttingen Geschichte und Germanistik. Studien- und Forschungsschwerpunkte sind landes- und lokalgeschichtliche Fragen vornehmlich aus Sozial- und Verfassungsgeschichte im weiteren Sinne sowie Sprachgeschichte. Bei den bisherigen Beschäftigungen in Archiven und wissenschaftlichen Projekten, bei der Erarbeitung von Ausstellungen, Erstellung von Festschriften und Quellenpublikationen stand immer die Beschäftigung mit Archivquellen im Vordergrund, die jeweils handelnden Menschen im Mittelpunkt des Forschens und Dokumentierens. Eine Verbindung zum Werk Schlaffhorst-Andersen bestand bisher nicht.

Der Schulleitung in Bad Nenndorf ist es gelungen, beim Arbeitsamt Hameln (Dienststelle Stadthagen) Interesse für das Werk Schlaffhorst-Andersen zu wecken und Fördermittel zur Einrichtung einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für (zunächst) ein Jahr ab 1. November 1998 zu erlangen. Mit Beihilfe des Arbeitsamtes beschaffte die Schule die notwendige Büroeinrichtung, Regale und einen Computer. Die gestellte Hauptaufgabe besteht darin, „die Schätze des Archivs zu heben” und zugänglich zu machen. Gedacht ist dabei vor allem an die handschriftlichen Quellen, die heute meist nur mit Mühe mehr entziffert als gelesen werden können. Nicht allein zur Wahrung des öffentlichen Interesses, sondern weil schon längst überfällig, wird eine (teilweise) Edition angestrebt.

Für mich ‑ als mit der Aufgabe betrautem Historiker ‑ bestand die Aufgabe zunächst darin, mich mit der Geschichte der Schule, der Überlieferungsgeschichte und dem vorhandenen Archivmaterial vertraut zu machen. Die vorläufigen Ergebnisse lege ich hier vor. „Insidern” wird vieles bekannt sein, da sich das Jahrbuch aber auch an „die Öffentlichkeit” wendet, ist dieses Vorgehen wohl verzeihlich.

Der historisch Interessierte kann sich schon jetzt anhand von Literatur gut unterrichten. Heidi Noodt trug sehr engagiert Berichte von Zeitzeugen und Originaldokumente aus der Geschichte der Schule und Arbeitsweise Schlaffhorst-Andersen zusammen, die 1983ff sukzessive in den Mitteilungen für den Freundeskreis hervorragend redigiert wurden und 1994 zusammenhängend als Buch Chronik der Schule Schlaffhorst-Andersen gedruckt wurden. Eine Einordnung der Arbeitsweise Schlaffhorst-Andersen in die geistes- und musikgeschichtlichen Strömungen enthält unter Verwendung einer großen Anzahl bisher unveröffentlichter Quellen das Buch Leben mit Stimme ‑ Stimme mit Leben von Gisela Köpp (31998). Teilweise finden diese Darstellungen noch eine Ergänzung in fünf 1979ff von Ingegard Karsten-Emge (1906-1994) zusammengestellten und im Archiv vorhandenen Ordnern Schule Schlaffhorst-Andersen für Atmung und Stimme. Bilder und Berichte [B 1].

Die wichtigsten Stationen aus der Geschichte der „Schule” seien hier noch einmal vergegenwärtigt:

Ende 19. Jh. Erteilung von Unterricht und therapeutische Tätigkeit von Clara Schlaffhorst (1863-1945) und Hedwig Andersen (1866-1957) in Berlin.

1910            Gründung einer Ausbildungsschule für Atemlehrerinnen in Neu-Babelsberg [A.v.Holmblat 1912].

1916            Übersiedlung nach Rotenburg an der Fulda (Rotenburger Schule); Gründung der Zweigschulen Haus Marie Selbmann-Schlaffhorst (ca. 1920) und Haus Anka Schulze (1926); Veranstaltung der „Rotenburger Woche” (1926); Gründung der Gesellschaft der Freunde der Rotenburger Schule (1926).

1926-1942    Hustedt-Jägerei bei Celle. Während dieser Zeit Gründung der Zweigschulen Haus Waldeck (Herchen/Sieg) durch Ilse Krüger (1930-1935, ab 1936 Kinderhaus in Weimar) und in Berlin-Nikolassee durch Ilse Töpfer 1936/7. 1938 die Gesellschaft übernimmt die finanziellen Angelegenheiten (Trägerschaft) der Schule und des Chores.

1942-1944    Marie Gräfin Bredow stellt der Schule ihr Gut Seefeld/Pommern zur Verfügung.

1946-1948    Arbeitstagungen in Hohenlimburg.

1949            Neugründung der Schule in Lieme/Lippe; Gründung der Lehrervereinigung.

1960            Anka Schulze stellt ihr Haus in Rotenburg an der Fulda der Schule zur Verfügung.

1961            Erwerb des Schlosses in Eldingen bei Celle; Anerkennung als Ergänzungsschule (1969); Übernahme der Schulträgerschaft durch das Christliche Jugenddorfwerk Deutschland (1977); Anerkennung als Ersatzschule (1983).

1984            Übersiedlung der Schule nach Bad Nenndorf.

Der häufige Ortswechsel der Schule und ‑ allem voran ‑ der in Seefeld erlittene Verlust sind dafür verantwortlich, daß keine gewachsene Überlieferung vorhanden ist. Irmgard Marbach kehrte, nachdem sie Hedwig Andersen in Sicherheit gebracht hatte, noch einmal nach Seefeld zurück. Ihr ist die Rettung einiger Originaldokumente Clara Schlaffhorsts zu verdanken. Durch Aufrufe und gezielte Nachfragen bei ehemaligen Schülern bzw. deren Erben sind im Laufe der Zeit eine größere Menge an Dokumenten aus der ersten Hälfte des Jahrhunderts zusammengetragen worden. Margarete Saatweber hat mit Schülern einen Teil des Materials geordnet und in eine einfache Systematik gebracht:

A      Literatur

B      Geschichte

C      Arbeitsweise Schlaffhorst-Andersen

D      Unterrichtsmaterialien

E       Briefe

F       Persönliche Gegenstände und Photoalben

G      Modelle, Anschauungsmaterial

H      Plakate

I        Freundeskreis

K      Lehrervereinigung

L       verwandter Berufsgruppen

M      Noten

N      Nachrufe

Die unterschiedliche Herkunft des Materials läßt die Frage aufkommen, wie Hedwig Andersen und Clara Schlaffhorst ihre Arbeit selbst dokumentierten und was davon etwa als verlustig angesehen werden muß.

a) handschriftliche Aufzeichnungen (Protokolle)

Clara Schlaffhorst machte bereits 1901 Niederschriften in ihren Tagebüchern [I. Toepfer in Mitteilungen 1 (1932), 6]. Testamentarisch vermachte sie ihrer Schwester Marie Selbmann das Tagebuch [Testament, o.Sign.], welches Irmgard Marbach zusammen mit dem Testament aus Seefeld gerettet hat [Chronik, 187]. Der derzeitige Aufbewahrungsort ist nicht bekannt!

Schon sehr früh begann Hedwig Andersen mit der regelmäßigen Protokollierung von Therapiestunden. Genau werden Ausgangssituation des Klienten, Verlauf der Behandlung und eigene sowie ärztliche Beobachtungen und Maßnahmen aufgezeichnet. Einige Fragmente aus der Zeit von 1902-1907 sind erhalten geblieben [Abdruck in der Chronik, 29-39, Original nicht im Archiv!].

Das Prinzip des Protokollführens ist auch auf den Ausbildungsunterricht angewandt worden. Entsprechende Aufzeichnungen [Abteilung C] von Clara Schlaffhorst, ihren Helferinnen und Schülern dokumentieren den Unterricht seit 1927 und die Chorproben der Jahre 1929-1934. Eher selten wird in den „Kladden“ ein Gedanke ausformuliert. Häufiger sind die Eintragungen so verkürzt, daß sie nicht über Schlagworte hinauskommen und sich der Sinnzusammenhang kaum noch erschließen läßt.

b) Druckmedien (Publikationen)

Im Anschluß an die Übersetzung von Leo Koflers Arbeiten Die Kunst des Atmens (1897/98, gemeinsam mit Clara Schlafhorst) [ab 81912 verschiedene Ausgaben vorhanden: A 1] und Richtig Atmen (allein, 1904 [21912: A 2, fehlt!]) publizierte Hedwig Andersen einige Artikel über die Atmung in der Monatsschrift für Schulgesang (1908-1915). Eine erste Sammlung von Vorträgen der Jahre 1920-1923 von Hedwig Andersen und Clara Schlaffhorst wurde schon 1923 veröffentlicht [D 6]. Dieser folgten 1928 die von August Franz herausgegebene Dokumentation über Die Rotenburger Woche [A 29] und die „gesammelten Werke” (Aufsätze und Vorträge) Atmung und Stimme [A 3]. In diesem Zusammenhang ist auch die ein Jahr später von Hermann Aubel aktualisierte 19. Auflage von Die Kunst des Atmens zu sehen [A 1 *; fehlt!].

Fast alle Vorarbeiten und Erstauflagen bzw. Sonderdrucke sind verloren gegangen. Als besondere „Kleinode” werden in Bad Nenndorf neben einigen persönlichen Gegenständen wie einer Aktentasche [F 2], dem Nähkästchen [F 1] und zwei Zwerchfellfunktionsmodellen [G 1] noch das Manuskript einer Koflerausgabe (1897?) [A 1 i] und die 3. englische Auflage (1898) mit der persönlichen Widmung Koflers [A 1 e] aufbewahrt.

Die unter der Schriftleitung von Anita Grauding zwischen Dezember 1932 und April 1939 (= 11 Hefte) vom Vorstand der 1926 gegründeten Gesellschaft herausgegebenen Mitteilungen für die Freunde der Schule Schlaffhorst-Andersen ‑ aus unserer Arbeit [I 3] boten die Gelegenheit, regelmäßig über die Arbeit in Haupthaus, Zweigschulen, Kursen, Arbeitstagungen, Chor etc. zu berichten und Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Darin erschienen noch einmal kurze Abhandlungen der beiden Schulgründerinnen.

Nach dem zweiten Weltkrieg gelang es Hedwig Andersen noch gemeinsam mit Wilhelm Menzel und Paul Vogler die beiden wesentlichen Schriften Atem und Stimme (1950) und Die Kunst des Atmens (1951) in jeweils aktualisierter Form herauszubringen.

c) Bildmedien (Foto und Film)

Äußerlich sichtbare Veränderungen, etwa der Körperhaltung, des Muskeltonus oder der Brustkorberweiterung wurden zumindest teilweise fotografisch in Nacktfotoserien dokumentiert. Einige Fotoreihen aus dem Haus Selbmann-Schlaffhorst (Rotenburg) sind aus den 20er Jahren erhalten [NL Marie Selbmann]. Diese moderne Methode trägt dem wissenschaftlichen Anspruch der Überprüfbarkeit Rechnung.

Bekannt ist die Faszination Clara Schlaffhorsts für die Möglichkeiten des „Hindurchsehens“ durch den menschlichen Körper mit Hilfe der Röntgenstrahlen. Sie ließ selbst Aufnahmen ihrer Lunge anfertigen, die zu Unterrichtszwecken verwendet wurden [G. Köpp 1998, 37-38]. Diese Bilder sind wohl auch den Verlusten in Seefeld zuzurechnen.

Aus dem Jahr der ersten „Rotenburger Woche” (1926) stammt die einmalige, glücklicherweise erhaltengebliebene Dokumentation der „Rotenburger Arbeitsweise“ im Hause Selbmann-Schlaff­horst. In mehreren, von Zwischentiteln unterbrochenen Sequenzen werden verschiedene Aspekte des „natürlichen Rhythmus“ vorgeführt und arhythmischen Bewegungsabläufen gegenübergestellt.

Die Gesellschaft der Freunde erkannte früh die Möglichkeiten und Vorteile der Dokumentation der Arbeit in beweglichen Bildern. Ilse Toepfer schrieb 1932 im ersten Heft der Mitteilungen [S.8]:

Außerdem kann ich berichten, daß die Gesellschaft der Freunde der Schule uns einen Filmaufnahmeapparat und -vorführungsapparat angeschafft hat. Es ist uns ein sehr guter Film von Frl. Schlaffhorst schon gelungen, wir haben damit immer wieder die Möglichkeit, unsere eigene Arbeit daran zu prüfen. Wir hoffen auch für die Medizin einwandfreies Beweismaterial zu schaffen.

Es wird von Filmen vom Schwingen berichtet, bei denen das Anschauen der Bewegungen von Clara Schlaffhorst genügte, um Atemimpulse auszulösen. Das gesamte Material ging bei Kriegsende verloren [Chronik 115].

d) Tonmedien (Rundfunk und Tonband)

Eine Dokumentation der Arbeit an der künstlerischen Stimme erfolgte in erster Linie durch öffentliche Auftritte der Schule, v.a. des Chores (1926-1939). Es bestand im Schulbetrieb nicht die Möglichkeit Platten- oder ‑ als damals neues Medium ‑ Magnetophonbandaufnahmen ‑ anzufertigen. Dafür entstanden während der Konzertreisen des Frauenchors Schlaffhorst-Andersen (Hustedt bei Celle) damals unter der Leitung von Hans Chemin-Petit (Berlin) zwei Rundfunkaufnahmen in Köln (3. Oktober 1934) und Leipzig (1. April 1935, Wachsplatten). In der Hoffnung, daß sich evtl. noch Spuren davon finden ließen, wandte ich mich an das Deutsche Rundfunkarchiv. Man konnte mir von dort nur mitteilen: „... leider haben wir keine Aufnahmen Ihres Chores. Ich sehe auch keine Möglichkeit, Ihnen einen anderwertigen Ort, in dem eventuell Tonträger vorliegen, zu nennen.”

Die Möglichkeiten der Magnetophon- bzw.Tonbandaufzeichnung wurden erst nach dem Krieg genutzt. Die älteste im Archiv lagernde Aufname ist 1955 datiert. Weitere enthalten bspw. die Einweihungsfeier von Eldingen (1961), die Feier des 100. Geburtstag von Clara Schlaffhorst (1963), Unterrichtsaufnahmen (Frau Schümann), Schülervorträge etc.

Seit über 10 Jahren werden regelmäßig Videos der Schülervorträge aufgenommen, die in erster Linie den Schülern die Möglichkeit der Nacharbeit bieten sollen [Bibliothek].

e) Gutachten

Immer wieder war es nötig, zur Anerkennung der Schule (u.a. Genehmigungen und Zuschüsse) Referenzen vorzulegen. Deshalb wurde viel Wert auf die Sammlung von gutachtlichen Äußerungen über die Tätigkeit und Arbeitsweise gelegt. Die ältesten Äußerungen stammen noch aus den 30er Jahren [K 8].

Systematisch wurden auch Kritiken der öffentlichen Auftritte [B 3] gesammelt, die auszugsweise in den Mitteilungen abgedruckt wurden. Plakate [H 1-3] und Programme [B 2] sind vor allem von Chormitgliedern gesammelt worden. Anhand der Kritiken und Programme läßt sich das gesamte Chorrepertoire rekonstruieren.

 

Immer wieder wird hervorgehoben, daß die Erforschung von Atmung und Stimme von Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen auf Intuition und genauer Beobachtung beruht. Dennoch waren sie sehr auf eine exakte und nachprüfbare Dokumentation ihrer Arbeit mit allen zu Gebote stehenden Möglichkeiten bedacht. Der durch den Zweiten Weltkrieg bedingte Verlust der meisten Originaldokumente des Lebenswerkes kann nicht wieder ausgeglichen werden.

Einige Ergänzungen zu den oben aufgeführten Quellengruppen bieten die Lebenserinnerungen der ehemaligen Schüler [Chronik, nicht im Archiv] und darüber hinaus der umfangreiche Briefwechsel. Wenige Briefe befinden sich im Original im Archiv, eine größere Anzahl in Auszügen, Abschriften und Fotokopien. Eine nicht unerhebliche Anzahl ist in Privatbesitz. Die frühesten Briefe stammen aus den ersten Jahren diesen Jahrhunderts. Sehr zu bedauern ist, daß wohl der größte Teil der von Hedwig Andersen aufbewahrten Briefe der Schüler nicht mehr existiert; so daß die viele Bezugnahmen in den Antwortbriefen nicht mehr zu verstehen sind. Im Rundbrief der Lehrerverinigung vom 2.10.1957 heißt es:

Fräulein Roloff hat alle Briefe an Fräulein Andersen nach Lieme geschickt. I.v.Harling schreibt: „In Fräulein Andersen’s Testament steht, daß ein Vorstandsmitglied die Briefe durchsehen soll daraufhin, was des Erhaltens wert ist.“

Darf man Briefe noch Lebender lesen? Fräulein von Harling möchte darum wissen, wer seine Briefe an Fräulein Andersen zurückhaben möchte und wessen Briefe vernichtet werden können. [K 3]

Nach dem Charakter der Überlieferung handelt es sich bei diesem Material ‑ terminologisch gesehen ‑ nicht um ein Archiv, sondern um eine Sammlung historischer Dokumente. Es ist deshalb der Vorschlag aufgekommen, die Sammlung historischer Dokumente unter Einschluß der Altakten von Schule, Freundeskreis und ‑ wenn möglich ‑ des Berufsverbandes als Gesamtarchiv des Werkes Schlaffhorst‑Andersen zu etablieren und mit Forschungsstelle Schlaffhorst‑Andersen zu bezeichnen. Der Schule übernimmt dabei die Verpflichtung, im Einvernehmen und mit Unterstützung aller Beteiligten das Material zu erhalten, zu erschließen und ‑ soweit in Bad Nenndorf lagernd ‑ zugänglich zu halten.

Mit Frau Dr. Anna Paula Kruse, der Vorsitzenden des Freundeskreises, ist im Dezember 1998 die Übereinkunft getroffen worden, die ohnehin in der Schule liegenden Unterlagen des Freundeskreises vollständig in das „Archiv” zu integrieren. Verhandlungen mit der Lehrervereinigung stehen noch aus. Eine Zusammenführung der gesamten Überlieferung zum Werk Schlaffhorst‑Andersen ist zwar wünschenswert, aber nicht zwingend die Voraussetzung zu einer umfassenden Dokumentation seiner Geschichte und Arbeitsweise, sofern Gegenstand/Inhalt, Aufbewahrungsort und Benutzungsmöglichkeit der Quellen bekannt und an zentraler Stelle abrufbar sind. Niemand soll sich gegen seinen Wunsch von den geschätzten Dokumenten trennen müssen.

Immer wieder ist von verschiedenen Seiten mit unterschiedlichem Erfolg aufgerufen worden, Material für das Archiv notfalls in Kopie und publizierte Arbeiten für die Lehrbücherei zur Verfügung zu stellen. Ich möchte diesen Aufruf wiederholen und um eine rege Hilfestellungen für die Dokumentation des Gesamtwerkes Schlaffhorst‑Andersen bitten.

Folgende Arbeitsschritte habe ich bereits selbst abgeschlossen bzw. begonnen:

   Inventarisierung der Überlieferung

   Erfassung aller ausgebildeten Atem-, Sprech- und Stimmlehrer(innen)

   Erfassung aller Mitglieder der Gesellschaft der Freunde / des Freundeskreises der Schule Schule Schlaffhorst‑Andersen.

   Erfassung der Chorauftritte und -Programme 1925-1939

   Anfertigung einer textkritischen, d.h. einer die im Laufe der Zeit vorgenommenen Textveränderungen dokumentierende Kofler-Ausgabe (die Ausgabe von H. Aubel (1929) fehlt noch!!!)

Ferner werden laufend gesammelt und/oder gesucht (Hinweise dringend erbeten)

   Biographische Angaben zu Lehrerschaft und Freundeskreis

   Bibliographische Angaben im weiteren Sinne (Publikationen, Vorträge, Berichte, Unterrichtsskripte, etc.) zu Lehrerschaft und Freundeskreis (eine Liste der bisher vorhandenen oder bekannten Arbeiten kann zur Verfügung gestellt werden)

   Äußerungen / Darstellungen über die Schule in der Literatur (auch Rundfunk oder Fernsehen)

   Programme von Veranstaltungen (die Choraktivitäten sind in den 30er Jahren hervorragend dokumentiert, jüngeres Material fehlt fast ganz)

   Tonband-/Kassetten-/Videoaufzeichnungen

Drei Wunschziele habe ich mir für meine Arbeit gestellt. Die Zeit wird lehren, was davon realisierbar sein wird: 1. Ein Almanach der Atem- Stimm- und Sprechlehrer der Schule Schlaffhorst‑Andersen. 2. Ein Quelleninventar mit Nachweis aller bekannten Quellen. 3. Die Digitalisierung, die Einspeicherung in den Computer, aller Veröffentlichungen und handschriftlichen Aufzeichnungen von Hedwig Andersen und Clara Schlaffhorst.

Die Erreichung dieser Ziele ist allein nicht zu bewältigen. Besonders bei dem Wunschziel Nr. 2 bin ich auf Ihre Hilfestellung angewiesen. Für Wunschziel Nr.3 haben sich schon erste Helfer angemeldet. In der Altenresidenz Kleeblatt (Bad Nenndorf) hat sich ein Kreis von interessierten Damen zusammengefunden, der mich bei der Anfertigung von Transkriptionen der handschriftlichen Aufzeichnungen unterstützt.

Rüdiger Kröger

 

 



Ende "Jahrbuch 99" (Kröger)
 

 


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