|
Zitate von Clara Schlaffhorst
Zitate zum Konzeptpunkt: Atmung als Zentrum der Arbeit
Hedwig Andersen 1908, 36:
... die Atmung ist die wichtigste Lebenstätigkeit, und die
Funktionen aller andern lebenswichtigen Organe hängen wesentlich von den Atmungsbewegungen
ab ...
Hedwig Andersen 1915, 133 und 158:
Die Atmung ist die erste selbständige Handlung des Menschen,
sobald er ans Licht der Welt kommt. Die Zusammenziehung des Zwerchfells ist die
erste eigene Muskeltätigkeit, die Zusammenziehung der Lunge die zweite; mit ihr
geht Hand in Hand die Bewegung der Stimmbänder — der Schrei ist die erste
Betätigung des neu erwachten Lebens. Damit tritt sogleich, wenn auch unbewußt,
das psychische Leben mit dem physischen, das Großhirn mit dem Kleinhirn und dem
verlängerten Mark in Verbindung. Dann folgen alle andern Bewegungen. [...]
Die Natur des Menschen — das ist nicht sein Charakter, seine
Geistesbeschaffenheit, sondern seine Herz-, Blut- und Nervenbeschaffenheit,
seine Organtätigkeit. Daß alles dieses einen großen und bestimmenden Einfluß
auf den Charakter, die Triebe, Leidenschaften und Begierden hat, weiß man
längst. Aber wer hätte je daran gedacht, daß es möglich wäre, durch bewußte
Regelung und Erziehung der ersteren erzieherisch auf die letzteren einzuwirken?
Durch die Stimme ist es möglich; denn
durch die Stimme kann man die Atmung beherrschen, und in der Atmung laufen die
Fäden aus allen Gebieten zusammen, sie ist aufs engste mit Blut und Nerven, mit
allen Körper- und Geistesorganen verbunden; sie ist die einzige von allen
wichtigen Lebenstätigkeiten, die — in der Ausatmung — dem bewußten Willen
zugänglich ist, sich von ihm beherrschen läßt und ihrerseits einen beherrschenden
Einfluß auf alle anderen Organe ausüben kann.
Clara Schlaffhorst / Hedwig Andersen 1924, 91
Die Atmung, die wichtigste Lebenstätigkeit, ist zugleich die einzige, die sowohl dem psychischen, als
dem seelischen, sowohl dem geistigen, als auch dem vitalen Gebiet oder wie ich
es auch auszudrücken pflege: sowohl dem Menschen, als auch der Natur angehört.
Mit ihrer Hülfe ist es möglich, daß der Mensch sich mit der Natur in sich
Verbindung erhält oder sich zu ihr zurückfindet.
Hedwig Andersen 1951, 12
Sie [d.i. die Atmung; RK] ist überhaupt die erste
Lebenstätigkeit des Menschen. Ehe bei der Geburt der Schrei als Zeichen für den
Lebenswillen des Neugeborenen erfolgen kann, muß eine Einatmung stattfinden.
Dementsprechend ist die Ausatmung das Letzte, was der Mensch tut, ehe er von
dieser Erde scheidet.
Ende Zitate von Clara Schlaffhorst
|
|