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Zitate
1910, 25
Denn beim
Singen kommt es nicht darauf an, den Atem möglichst lange anzuhalten, sondern
darauf, ihn möglichst lange ausströmen zu lassen.
1910, 34
Heute ist das
Verlangen nach gesanglicher Ausbildung anein viel allgemeineres,
1915, 48
Beim Singen aber
werden den inneren Muskeln durch die für die Tonhöhen nötigen
Stimmbandspannungen noch viel mannigfaltigere Spannungsmöglichkeiten gegeben
als beim Sprechen.
1915, 49
Es wird eben
überall beim Chorgesang und auch beim Schulgesang zu wenig beachtet, daß wohl
die Schwingung, nicht aber die Spannung cwder Stimmbändercw vom Atem abhängig
ist; ein geübtes Ohr hört ganz genau, daß sowohl höhere als auch stärkere Töne
stets mit verstärktem Atemdruck hervorgebracht werden.
1915, 50
Andererseits
aber gibt ihm die Beherrschung des Atems, wie der Gesang siedm verlangt, ein
positivesdn
Mittel zur Erziehung und Beherrschung doseiner Naturdo in die
Hand.
1915, 51
Denn wichtiger
als alles andere ist doch, daß der Gesang das physisch-seelischedz Leben eader Kinderea nicht unterdrückt,
... sondernec
erhält und fördert, daß die Seele des Organismus, der Atem im Kinde beim Singen
lebendig bleibt. Dann wird kein ”harter, beißender Klang” zum Vorschein kommen,
sondern der warme Hauch des Atems wird den Ton beseelen und der Gesang wird das
sein, was er in erster Linie immerdar
war und sein soll: Betätigung und Auslösung der edüberschüssigen unded überströmenden
seelischen Kräfte und Empfindungen.
... Dann
werden auch die Klagen über den schlechten Kirchengesang und dieeg über das
Verstummen unsereseh
Volksgesanges aufhören, denn die Freude amei Singen wird wiederek lebendig werden.
Dem Gesange müßte nochel
ein viel größerer Raum emim
Schulplanem
gewährt werden. Nicht der Sporten ist es, der für uns Deutsche das notwendige Gegengewicht
gegen die einseitige, immer stärker werdende Belastung des Gehirns bilden kann,
sondern die Kunsteo.
... Der
Deutsche wird seine höchste Leistungsfähigkeit stets nur dann erreichen, wenn
er mit dem Streben nach geistiger und körperlicher Entwicklung auch ein
seelisches Erleben, [52] einen
seelischen Inhalt verbinden kann. Hierzueq eignet sich vor allem der Gesang,
der mehr als jede andere Kunst im Organismus wurzelt und eine gleichmäßige
Betätigung und Schulung von Körper, Geist und Seele verlangt.
Jan. 1920, 127
Die
Gesangkunst ist eine Kunst, die so in der organischen Tätigkeit des Körpers
wurzelt, die durch die Mitwirkung der Atmung, der Sprache, der Musik so zu
gleichen Teilen an die Seele, an den Geist und an den Körper mit seinen Sinnen
gebunden ist, daß sie in erster Linie dazu berufen ist, Gleichgewicht und
Harmonie zwischen diesen drei Komponenten des menschlichen Wesens herzustellen.
Jan. 1920, 130
Ich kann aus
meiner Erfahrung versichern, daß Erwachsene durch dieses System einen Weg zur
Selbsterziehung gefunden haben, daß sie durch Singen zu einer Befriedigung
ihrer Sehnsucht nach Lust kamen, die weder durch geschlechtlichen noch irgend
einen anderen sinnlichen Genuß zu erreichen ist, daß selbst Frauen, die in
glücklichster Ehe leben und mit Kindern gesegnet sind, beim Singen
Glücksgefühle erlebt haben, die sie noch nicht kannten.
Feb. 1922, 828
Bei keiner
anderen Lebensäußerung findet ein so harmonisches Ineinandergreifen von Seele
(Atem), Geist (Sprache) und Körper (Blut) statt wie beim Gesang.
Okt 1922, 28
Die Erziehung
des kommenden Geschlechts muß unter den Gesichtspunkt gestellt werden, daß
durch den Gesang, die Kunst, erst einmal eine wahre Natürlichkeit hergestellt
und damit die Kluft, die bei uns zwischen Geist und Körper, zwischen Ich und
Natur klafft, überbrückt wird. Nicht als ob aus jedem Kinde ein Künstler für
die Öffentlichkeit gemacht werden soll, Künstler können überhaupt nicht gemacht
werden, sondern die Kunst, die die Natur in uns, aber auch ausnahmslos in jeden
von uns hineingelegt hat, herausholen und durch sie zum Leben kommen: das möge
die Richtschnur für die Schulreformpläne der Zukunft sein.
Dez. 1923, 35
Wir fügen hinzu:
nicht nur Hand, Ohr, Auge, d.h. die Sinne, die sich mit der Außenwelt
beschäftigen, werden geschult, sondern ein ganz neuer Sinn, der innere Muskelsinn, wird durch den Gesang
geweckt und erzogen, der zur Entwicklung seelischer
Kräfte führt.
Aug. 1924, 94
Die später
beginnende Tätigkeit des Sprechens ersetzt den Schrei in seiner Wirkung auf die
Atmungsmuskulatur nicht im Entferntesten; einen gleichwertigen, ja noch höher zu bewertenden Ersatz kann nur der
Gesangton bilden, und zwar auch nur der
Gesang, der bei den verschiedenen Tonhöhen die rhythmische Bewegung der Stimme
berücksichtigt. und eben der Gesangton ist die beste Atemübung, der ideale
Widerstand:
April 1926, 108
Wo hören wir
unsere herrlichen Volkslieder vom Volk schön und beseelt singendd? Weder die Sprache
noch das Sprechen wird in unseren Schulen gepflegt, und von einer physiologisch
richtigen Tonbildung oder gar natürlichen
Tonerzeugung ist doch selbst beim Gesangunterricht keine Rede.
Gesellschaft der
Freunde, 20. Januar 1928
Sie stellt
sich unter anderen zunächst die folgenden Aufgaben:
Behörden, Lehrer, Aerzte,
Musiker u.a. für die Rotenburger Arbeit zu interessieren,
jungen Leuten, die
hervorragend für die Rotenburger Arbeit geeignet sich, die Ausbildung zu
ermöglichen,
räumliche Erweiterung von
Mutterhaus und Versuchsschule herbeizuführen,
weitere Kreise durch
Tagungen, Vorträge, Chorkonzerte u.s.w. mit der Rotenburger Arbeit
bekanntzumachen.
August 1928, 10
Wir hoffen,
daß Sie, verehrte Zuhörer, aus unseren Darbietungen heraus hören werden, wie
weit und bis zu welchem Grade es uns gelungen ist, die Einheit zwischen den
scheinbar so getrennten Gebieten: Natur und Kunst, herzustellen.
April 1936
Die einseitige
Erforschung der Ernährungsverhältnisse, wie sie heute üblich ist, ohne
Beachtung und Lehre des gesetzmäßigen Vorganges der Luftnahrung und ihrer
kunstgemäßen Verwendung für die Muttersprache und den deutschen Volksgesang
vermittels der Stimme als Urphänomen, bleibt zu sehr im Einzelnen stecken und
erfaßt nicht genug die Einheit von Körper, Seele und Geist. Das, was dem Körper
als Richtschnur für sein äußeres Wachstum gegeben wird, fördert im besten Fall
sein Wohlsein. Aber damit ist eine Entfaltung seines Innenlebens und seine
Entwicklung zu geistiger Größe, mit einem Wort zum höheren Menschtum, wie es
das Erziehungsideal des nationalsozialistischen Staates ist, noch nicht
angebahnt. Das deutsche Volk braucht neue Richtlinien für die Schulung der
inneren und äußeren Kraft, um harmonische Persönlichkeiten aus seiner Mitte
hervorzubringen, die ihm Impulse geben, die großen Kunstwerke unserer Dichter,
Denker und Musiker aus dem Herzen heraus lebendig werden zu lassen. So wächst
über jeden einzelnen hinaus die große Menschheitsidee als Allgemeingut aller
bis in die Unendlichkeit hinein. Der
Deutsche kommt nur durch das Gesetz zur Freiheit.
März 1937, 4
Die
Vereinigung der kgenannten,k verschiedenen Pole
unserer Wesenheit ist entwicklungsgeschichtlich der heutigen Zeit vorbehalten,
in derl
ein gewisses neues Schöpferisches zu keimen beginnt. Es fehlt bei uns Deutschen
weder an mHinweisung
durch Staatsmänner und Gelehrte in Schrift und Redem auf unsere wichtigste
Kulturaufgabe, den Wert des Menschen durch die Kunst zu heben ndurch Volks- und
Chorgesang, durch Pflege des Laienspiels und damit der Sprech- und
Bewegungskunst, — noch an Künstlern, besonders an Musikern, die uns Beispiel
sein könnten n.
März 1937, 5
Wir können
nicht eine Kultur anstreben und es dabei bewenden lassen, daß deutsche akJungen und Mädel,
deren übrige Erziehung vorbildlich für spätere Generationen sein wird,ak bei ihren
Chorgesängen über ihren Stimmgebrauch gar nicht oder falsch unterrichtet alwerden, und ihr
Gesang deshalb heute nochal ein Sprechen auf Tonhöhen ist, statt einer tönenden
Sprache mit Stimmeinheit. Was amwir zu hören bekommen, am ist weder Natur noch Kultur, anwir haben aber der
Jugend gegenüber dieap
Verpflichtung, nach den Gründen zu forschen, die bei uns Deutschen ein
naturgewolltes Singen verhindern.
Wilhelm Menzel
1951:
Überdies
wirkte der Chor durch regelmäßige Konzertreisen (besonders nach Berlin und Leipzig)
eindrucksvoll und überzeugend für die Arbeit.
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