Rotenburger Woche 1926 (Schlussbericht)
Fragment eines handschriftlichen Berichts
über die „Rotenburger Woche“ (1926)
vgl. Vorwort zu A. Franz
(Hg.): Die Rotenburger Woche. Leipzig 1928, S.6 und den Bericht daselbst
S.157-158
Und nun der
letzte Tag. Wir fanden uns wieder alle um 10 in der Aufbauschule ein, um die
letzten Gesangsvorträge zu hören u. den Ausklang zu erleben. Es begann mit dem
Spjnn-Chor aus dem Frl. Holländer, der vorzüglich gesungen u. wieder von
Gerhard Schwarz dirigiert wurde. Dann sang Frl. Töpfer eine Bach-Arie u. Frl.
Herholz ebenfalls, beide waren noch nicht ganz auf der Höhe. Dann sang Frl.
Hermes sehr gut drei Lieder u. erntete viel Beifall. Frl. Töpfer sang dann
wunderschön u. z.T. wirklich vollendet „Von ewiger Liebe“.
Stürmischer
Beifall. Dann Fr. Selbmann ebenfalls 3 Lieder, darunter war für mich die
„Mondnacht“ von Schumann das schönste, sie sang es so, wie man selten etwas
hört, es tönt noch in mir nach wie sie den Schluß „Auf Flügeln etc.“
gestaltete, so daß man sich mit ihr emporgetragen fühlte. Entzückend war auch das
Schlaflied von .... und wunderschön „Nur wer die Sehnsucht kennt“. Darin lag
die ganze Sehnsucht der Menschheit. Sie erntete ganz enormen Beifall, und man
hörte nicht auf zu klatschen bis auch Frl. Schl. u. A. dazu geholt wurden u.
nun brach ein wahrer Beifallsturm hervor. Es ist ja auch das Fabelhafteste was
Frl. Schl. erreicht hat, aus diesem seinerzeit total stimmlosen Material eine
solche Fülle von Schönheit herauszuholen. Nachdem nun noch einzelne Personen
sich zum Wort meldeten und kurz sprachen, hielt der Schulrat Schmidt aus
Rotenburg, der die ganze Woche rnitgemacht hatte, eine Rede voller
Begeisterung, er bezeichnete es als eine der wichtigsten Aufgaben der Zukunft,
in allen Schulen die Ideen und Erfahrungen der „Rotenburger Schule“ einzuführen
und erklärte sich restlos mit allem einverstanden.
Ende Rotenburger Woche 1926 (Schlussbericht)
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