Übungsbeispiele für Gruppen
von Kindern (M. Weirich)
Beschreibungen von Übungen und
Spielen zur Schulung der .....
1. Wahrnehmung des eigenen
Atems
Material: Decken oder Matten
evtl.
Musik: Meeresrauschen, Naturgeräusch
Ziel: Sensibilisierung für den eigenen
Körper und den Atem
Wirkung: Entspannend für Körper und Geist,
konzentrationsfördernd, atemvertiefend
Die Kinder
liegen auf dem Rücken. Je noch Bedarf kann ein Kissen unter den Kopf und/oder
eine Rolle unter die Knie gelegt werden.
— Sprechen Sie als Anleitende/r
ruhig und gelassen.
— Lassen Sie Pausen, damit die
Kinder Zeit haben, Ihre Anweisungen gedanklich zu verfolgen und auszuführen.
— Vollziehen Sie Ihre Worte
selbst gedanklich mit.
— Eine Klangschale oder Triangel
kann Anfang und Ende der Übung anzeigen. Wenn Sie dieses Signal regelmäßig
anwenden, wird es den Kindern helfen, sich auf die Übung zu konzentrieren.
— Vorstellungsbilder helfen den
Kindern, evtl. störende Gedanken abzuschalten.
„Schließt eure
Augen. Legt die Arme neben den Körper. ‑ Spürt die kleinen Flächen eurer
Fersen, die Kontakt zur Matte haben. Nehmt wahr, wie die Waden (Oberschenkel ‑
Po ‑ Rücken ‑ Nacken ‑ Kopf) auf der Matte aufliegen und wo es Lücken gibt.
Merkt euch dieses Gefühl. ‑ Achtet nun bewußt auf euren Atem. ‑ Konzentriert
euch auf das Gefühl der Kühle, wenn ihr durch die Nase einatmet, und auf das
Gefühl der Wärme, wenn ihr ausatmet. ‑ Folgt eurem Atem hinein in euren Körper.
Spürt, wie sich euer Körper bewegt, überall dort, wo der Atem hinströmt. ‑
Vielleicht bewegt sich der Bauch, ‑ die Brust, ‑ die Seiten, ‑ oder der Rücken.
‑ Stellt euch den Atem als ein farbiges Licht vor, das in euch hineinströmt und
sich wohlig in euch ausbreitet. ‑ Lasst es bis in die Hände und Füße leuchten. ‑
Spürt nun noch einmal die Auflageflächen von Fersen, Waden etc. und vergleicht
dieses Gefühl mit dem vom Anfang. Vielleicht liegt ihr etwas tiefer in der
Matte, die Lücken sind kleiner geworden oder ihr fühlt euch ganz breit. ... ‑
Fangt an euch zu bewegen, dehnt und streckt euch genüsslich .....“
Ein anschließender
Erfahrungsaustausch gibt den Kindern die Möglichkeit, die Erfahrung besser zu
verbalisieren und für sich zu verarbeiten.
2. Konzentrations- und
Reaktionsfähigkeit
„Babbeldibab“
Die Kinder
sitzen auf Stühlen im Kreis. Ein Teilnehmer steht in der Mitte. Er dreht sich
langsam um seine eigene Achse und schaut dabei die Kinder nacheinander an. Sehr
plötzlich zeigt er dann auf ein Kind und sagt: „Babbeldibab“, das jeweilige
Kind antwortet sehr schnell „Bab“. Sagt der Teilnehmer „Bab“, muss der
Angesprochene schweigen. Bei Nichteinhaltung geht der Angesprochene in die
Mitte. Es können auch verschiedene andere Begriffe genannt werden, die dann von
je 3 Kindern dargestellt werden:
a) Waschmaschine: der Mittlere kreist den Kopf, rechts und
links halten die Arme quadratisch um seinen Kopf.
b) Feuerwehr: der Mittlere steht auf und heult
wie eine Sirene, rechts und links halten imaginäre Schläuche und spritzen
damit.
c) Kotzeimer: rechts und links holten die Arme
kreisförmig vor den Mittleren, der sich geräuschvoll hinein übergibt.
d) Bergsteiger: rechts u. links „steigen“ auf den
Berg, der Mittlere springt auf und ruft: „Luja, sog’ i’!“
e) Toaster: rechts und links halten ihre
Arme aus gestreckt um den Mittleren, der mit einem „Pling“ immer wieder aus dem
Toaster springt.
Alle Bilder
werden mehrfach ausgeführt. Wer „pennt“ muss in die Mitte (oder sich ein neues
Bild ausdenken).
3. Haltung, Bewegung und
Koordinationsfähigkeit
„Steife Puppe“
Dieses alte
Kinderspiel kann als Annäherung an das Schwingen oder Kreisen nach
Schlaffhorst-Andersen betrachtet werden.
a) 3 Personen:
eine Person steht in der Mitte, eine vor und eine hinter ihr. Die Mittlere soll
ihre Füße in der Vorstellung gut mit dem Boden verbinden (Wurzeln wachsen
lassen). Ihr Körper soll locker gespannt sein, d.h. nicht wirklich „steif“ wie
eine Puppe, aber auch nicht so schlaff, dass der Körper sich verbiegt oder
zusammengesackt ist. Zunächst hilft es, die Arme längs am Körper festzuhalten,
später können sie dabei entspannt baumeln. Unterstützend wirken hier auch
Vorstellungsbilder wie der Pinsel auf dem Kopf, der einen Strich an die Decke
malen soll, o.ä. Die beiden äußeren Personen werfen die Mittlere nun sanft hin
und her. Sie müssen ihrerseits gut stehen, um dass Gewicht auffangen zu können.
Die mittlere Person darf sich wünschen, wie schnell und wie weit der Ausschlag
sein kann.
b) 5 bis 7
Personen: eine Person steht in der Mitte, die anderen in einem engen Kreis
drumherum. Die Mittlere ist locker gespannt, wie oben, und wird von den anderen
im Kreis herumgereicht, ohne die Füße vom Boden zu lösen. Das kann sanft, aber
auch schwungvoll geschehen, die Richtung kann langsam oder plötzlich geändert
werden.
Bei beiden
Varianten ist es wichtig, dass die Kinder die Wünsche des Mittleren
respektieren und ein Gespür dafür entwickeln, wie weit sie gehen können.
4. Ausdrucksfähigheit,
Kreativität und Phantasie
Geschichtenerfinden:
(Ist in jeder Situation möglich.) Ein Mitspieler beginnt eine Geschichte zu
erzählen. Das kann nur ein Satz sein oder ein ganzer Abschnitt. Er gibt sein
Erzählrecht an den Nächsten weiter. Hierbei kann ein „Redestab“ oder „Redeball“
reihum weitergegeben werden.
Rhythmisierung
des eigenen Namens: Eine kreisförmig angeordnete Gruppe geht im 4er
Grundschritt: rechts ‑ links ‑ links ‑ rechts, bewegt sich also auf der Stelle.
Ein Teilnehmer beginnt seinen Namen in einem bestimmten Rhythmus zu sprechen.
Nacheinander kommen die anderen hinzu.
5. Sprech- und Singstimme
Zur
Schulung
der Wahrnehmungsfähigkeit für den eigenen Körper
gehört auch die für die eigene
Stimme. Die Übung „Wahrnehmung des eigenen Atems“ kann
z.B. unter Einbeziehung
der Stimme fortgeführt werden. Konsonantische Klänge auf
einem Ton eigener
Wahl, mit ‘m’, ‘n’, ‘w’,
‘s’, ‘l’ usw. eignen sich gut zum Einstieg.
Vokale
daran Hängen öffnet die Stimme. Die Vorstellung, dass der
Klang sich im Körper
ebenso ausbreiten kann wie das Licht, hilft der Stimme Raum zu geben.
Um Sing- und
Sprechstimme zu schulen, weiterzuentwickeln, eignet sich alles, was Kinder
gerne sprechen oder singen. Schon das Tun wird sie auf den Geschmack bringen.
Eine gezielte Entwicklung im Sinne von Stimmbildung sollte jedoch geschulten
Menschen vorbehalten bleiben, denn zuviel kann auch ver - bildet werden.
20.06.2000
Mia Weirich
Ende Übungsbeispiele für Gruppen
von Kindern (M. Weirich)