Historisches

Neubeginn (Hohenlimburg, Lieme, Lehrervereinigung)

 


 

Andersen an Lehrervereinigung und Gesellschaft


 

Briefe

von

Hedwig Andersen

an die Vorsitzende bzw. den Schriftführer der

Lehrervereinigung

(Anka Schulze und Wilhelm Frhr. Schenck zu Schweinsberg)

und den stellvertretendem Vorsitzenden der

Gesellschaft der Freunde

(Winfried Freiherr Schenck zu Schweinsberg)

der

Schule Schlaffhorst‑Andersen

1948 ‑ 1954

Aus den Akten der Lehrervereinigung Nr. 25 ‑ 27
übertragen von Rüdiger Kröger

Bad Nenndorf 1999


Hedwig Andersen an Wilhelm Frhr. Schenck zu Schweinsberg (Rülfenrod)

Lehrervereinigung, Nr. 25

Schönborn, d. 21.10.48

Lieber Herr v. Schenck!

Eine Menge hübscher Karten und der Brief vom 6.10. liegen vor mir, und dieser giebt mir den entscheidenden Impuls, Ihnen für alles dies zu danken u. Ihnen auch einmal zu schreiben. Auch für den frankierten Umschlag danke ich herzlich, denn die famose W[ährungs]reform hat mein bis dahin ganz nettes Vermögen sehr erschüttert u[nd] meine Briefportokasse ebenso. Also mit dem Entwurf zu unserer Lehrervertretung waren Sie nicht zu frieden ‑ ich auch nicht. Aber Ihr Verdacht „von Cliquenwesen“ ist ganz falsch. Es handelte sich darum, die ältesten u[nd] erfahrendsten Lehrerinnen zu vereinen u[nd] dadurch wurde die Zahl von 15 erreicht. Aber das ist eben was mir von Anfang an nicht gefiel u[nd] es hat sich ergeben, daß auch Andere dasselbe dachten. So habe ich im Verein mit Frau v. A[rnim] am 16. d. Monats (dem Geburtstage m[einer] Freundin) als sie zu mir kam, um diesen Tag als Gedenktag zu begehen, die Sache noch einmal umzuändern beschlossen. Zunächst werden nicht 15, sondern 9 den „Ausschuß“ bilden, während alle andern Lehrer u[nd] Lehrerinnen zu einer allgemeinen Vereinigung zusammentreten sollen. Zu diesem gehören außer mir u[nd] Frau Selbmann zunächst die 3, die bei einer ‑ zwar angestrebten, aber noch lange nicht in Aussicht stehenden Neu-Errichtung der Schule das „Direktorium“ bilden werden, nämlich Grauding, Harling, Bruckner, ferner Schulze, Krüger, Siem u[nd] Goebel und nach 2jähriger Tätigkeit können dann wieder andere eintreten.

So viel über die Zahl, die Ihren Cliquenverdacht hoffentlich beseitigen wird. Was aber die juristische Mangelhaftigkeit betrifft, da müssen Sie sich eingehender äußern, denn Frau v. Arnim sowie auch ich ‑ wir haben beide keine Ahnung von jur[istischen] Notwendigkeiten. Allerdings sagte Frl. v. Harling, die auch am 16. hier war, daß ihr Schwager, Herr Rechtsanwalt u[nd] Notar Grahr Bergen bei Celle auch so etwas Ähnliches gesagt hätte. Aber sie wußte nichts Näheres u[nd] ich bat sie ‑ u[nd] bitte nun auch Sie, mein lieber Herr v. Schenck, diese Bedenken uns mitzuteilen, damit wir sie beseitigen können. ‑ Für heute ist es zu Ende mit m[einen] Augen, herzlich grüßt Sie Ihre H. Andersen, wie auch Roloff und Nissen!


Hedwig Andersen an Wilhelm Frhr. Schenck zu Schweinsberg (Rülfenrod)

Lehrervereinigung, Nr. 25

Schönborn, d. 15.11.48

Lieber Herr v. Schenck!

Ehe ich Ihre letzten Briefe möglichst ausführlich beantworte, will ich Ihnen mitteilen, daß es den unaufhaltsamen Bemühungen der Gräfin Bredow gelungen ist, ein Haus für unsere Schule zu finden. Natürlich ist es nicht im Stil von Hustedt, oder Rotenburg oder Seefeld, aber immerhin ein schönes Grundstück mit ziemlich viel Gartenland (sehr wichtig) und 2 Häusern, von denen eines noch nicht ganz fertig ist, aber zum April 49 noch fertig werden wird, das andere auch bis zum Frühjahr frei sein wird, so daß dann der Einzug der Schule geschehen kann. Die Häuser liegen in einem kleinen Dörfchen, Lieme bei Lage, so recht „mitten drin“ zwischen Lage, Detmold, Herford, Bielefeld. Gott gebe, daß es zum Guten ausschlägt, dann haben wir wieder einen Angelpunkt, um den und in dem sich unser Aller Gedanken vereinigen u[nd] die Wünsche Aller nach persönlicher Zusammenkunft und Aussprache möglich machen lassen. Alles Übrige müssen wir nun doch bis dahin vertagen u[nd] überhaupt abwarten, ob sich die politischen Verhältnisse bis dahin nicht verschlechtert haben. Schlimm wäre es ja, wenn uns das bekannte Wort: 1. kommt es anders, 2. als man denkt.

Nun zu Ihren Briefen, lieber Herr v. Schenck. Da weiß ich nicht, wo ich anfangen soll. Zuerst will ich aber mal über Herrn Dr. phil. Menzel Ihre Zweifel beruhigen. Ob er ein Lehrdiplom für unsere Schule besitzt, weiß ich selber nicht genau, glaube es aber nicht, weil es sich bei ihm erübrigte, da er als staatlich angestellter Dozent an der Lehrerbildungsanstalt in Hirschberg ja nicht gleichzeitig als Lehrer unserer Schule hätte sein können. Aber er hat als Dozent an Hunderten von jungen Lehrern u[nd] Lehrerinnen ganz im Sinne unserer Arbeit gewirkt und das Interesse für unsere Arbeit geweckt und genährt, ist überhaupt ein Vertreter u[nd] Verbreiter unserer Arbeit, wie wir ihn uns nicht treuer und überzeugter denken können. Überhaupt auch durch persönliche Freundschaft und gegenseitige Hochachtung schon jahrelang mit uns (d.i. meine Freundin u[nd] ich) verbunden u[nd] erprobt. Sie können ihn getrost als unsern treuen Freund betrachten. Er ist es auch der, den sehr glücklichen Gedanken der Arbeitswochen in Hohenlimburg gehabt und durchgeführt hat. Es war dort nicht nur die Jugend, sondern auch alle anwesenden älteren u[nd] ältesten Lehrerinnen begeistert über die Art der Durchführung u[nd] den Erfolg der Sache und auch über seine sprachlichen und organisatorischen Leistungen. Er ist auch 1. Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde unserer Arbeit und hat auch diese jetzt wieder auf die Beine gebracht im Verein mit Gräfin Bredow und Fräulein Grauding, welch letztere ihm auch der Organisation der Arbeitswochen in H[ohenlimburg] tatkräftig beigestanden u[nd] geholfen hat. Auch andere von den ältesten Lehrerinnen waren dort tätig, z.T. freiwillig, ohne Berufung, z.B. Frau v. Arnim, Harling, Goebel, Bleul usw. Und bitte: von Cliquenwesen u[nd] d[er]gl[eichen] ist bei uns niemals die Rede, es giebt nur einen Unterschied, den des Alters, u[nd] die Geschlossenheit der Zusammenarbeit richtete sich in diesen letzten Jahren lediglich nach der Möglichkeit der Abkömmlichkeit von ihrer Arbeitsstelle. Auch die Möglichkeit der Unterbringung in H[ohenlimburg] mußte in Betracht gezogen werden.

Nun noch etwas über die Lehrervereinigungsidee, die eigentlich von Frl. Goebel ausging. Die juristische Unzulänglichkeit der Fassung wurde auch von andern bemerkt. Ich habe mich bemüht, bei kompetenten Personen zu erfragen, worin die besteht, habe aber nirgend eine klare Belehrung bekommen. Offen gesagt: mir persönlich liegt nichts daran. Mir, m[einer] Freundin u[nd] ich, wir haben uns nie um juristische Einwandfreiheit be- oder gekümmert, weder um juristische noch um sonstige Behörden oder Ansprüche. Auch bei dieser Sache ist lediglich der Wunsch maßgebend gewesen, Einmischungen von unberechtigter Seite fernzuhalten, d.h. Einmischungen in Dinge, die nur spezifisch Lehr- und Lehrerangelegenheiten angehen u[nd] daher auch nur u[nd] lediglich von Lehrberechtigten behandelt oder besprochen werden dürften. Diesem Bestreben werden Sie, lieber Herr v. Schenck sicher auch beipflichten. Aber, wie ich wohl schon in meinem vorigen Brief an Sie bemerkt zu haben glaube: Diese ganzen Angelegenheit ist einstweilen noch zurückgestellt worden u[nd] wird oder kann vielleicht erst wieder behandelt werden, wenn in Lieme bei Lage ein organischer Sammelplatz für solche Dinge entstanden sein wird.

Nun, mein lieber Herr v. Schenck, ist mir geradeso, als hätten Sie hier bei mir (leider zwar nicht auf dem grünen Sofa) gesessen u[nd] ich hätte über das alles, was in Ihrem Brief stand, mit Ihnen gemütlich reden können. Nur eine Frage ist noch nicht geklärt: welches ist Ihre Hauptamtliche Tätigkeit dort in Rülfenrod? Sie müssen viel unterwegs sein? Das ist in dieser Jahreszeit nicht angenehm. Aber nun verabschiede ich mich mit einer herzlichen Umarmung von Ihnen und bitte: bald wieder,

Ihre alte Tante H. Andersen!


Hedwig Andersen an Wilhelm Frhr. Schenck zu Schweinsberg (Rülfenrod)

Lehrervereinigung, Nr. 25

Schönborn, d. 30.11.48

Lieber Herr v. Schenck!

Ihr Brief vom 15.11., der am 22.11. zu gleicher Zeit mit dem Vorschlag von Frl. Goebel bei mir eintraf, hat mich hoch erfreut, als Zeugnis für Ihr tatkräftiges Mitdenken und
-helfen in der schwierigen Lehrervereinigungssache.

Rührend und aufopfernd fand ich Ihre Sorge für eine Unterkunft von den ca. 30 weiblichen Wesen in Gießen! Als ich dann aber Fräulein Goebels Vorschlag zu schriftli[cher] Meinungsäußerung las, fand ich diesen ‑ wie sie selbst schreibt ‑ echt demokratischen Vorschlag ‑ in Anbetracht des weit geringern Kostenaufwandes ‑ noch praktischer und stimmte ihm in meinem Innern zu. Inzwischen hat sich nun die Sachlage noch einmal geändert. Gräfin Bredow kam zu mir und berichtete über die in Lieme zu Ostern geplante Neueröffnung unserer Schule und meinte, daß dies der geeignete u[nd] erwünschte Zeitpunkt für eine Generalversammlung ‑ u[nd] mündlichen Meinungsaustausch und Beratung wäre, und ich mußte ihr ja darin beistimmen. Jahreszeit und Ort, sowie auch die Tatsache der Schuleröffnung sind günstiger u[nd] zwingender, als Januar ach nein, Februar aber gleichviel. Auch der Ort scheint mir allseits leichter erreichbar und die Gelegenheit vorzüglich geeignet, und die Teilnehmer heranzuziehen und zu vereinigen. Vielleicht haben sich bis dahin auch die politischen Verhältnisse etwas geklärt ‑ und wenn nicht, oder sogar noch mehr verdüstert ‑ na dann ist ja alles Essig!

Was meine innerste Stimmung anbetrifft, so wünsche ich ganz im Stillen (was ich aber bis jetzt noch keinem Menschen anvertraut habe) daß ich das Alles nicht mehr zu erleben brauchte.

Lieber Herr v. Schenck! mir ist es sehr schmerzlich, daß unser Wiedersehen im Herbst nun nicht geworden ist. Darf ich fragen, welches Ihre Hauptbeschäftigung ist, in der Sie soviel unterwegs sein müssen? Sie haben mir so viele so hübsche Karten geschickt, die mich so sehr erfreut haben! Ich danke Ihnen für Ihr Gedenken u[nd] grüße Sie sehr herzlich als Ihre alte H. Andersen


Hedwig Andersen an die Lehrkräfte der Schule Schlaffhorst-Andersen

Lehrervereinigung, Nr. 25

Schönborn bei Eutin, im November 1948

An die Lehrkräfte der Schule Schlaffhorst/Andersen.

Auf das von Frau von Arnim versandte September-Rundschreiben sind zahlreiche wertvolle Erwiderungen eingegangen. Fast allgemein wurde die zu hohe Zahl der Ausschußmitglieder beanstandet und von verschiedenen Seiten zunächst die Gründung eines allgemeinen Verbandes der Lehrkräfte der Schule empfohlen, aus dem dann Ausschüsse für die verschiedenen Aufgabengebiete gebildet werden können. Dieser Weg scheint mir der Beste. Die Satzungen dieses Verbandes müssen sorgfältig ausgearbeitet werden, und einen jeden von Ihnen, der dabei durch Vorschläge und Anregungen mithelfen kann, bitte ich, es zu tun. Anstelle von Frau von Arnim, die durch starke Armschmerzen verhindert ist, viel zu schreiben, hat Fräulein Goebel die Erledigung des Schriftverkehrs übernommen, und ich bitte, alle Schreiben in dieser Sache an sie zu richten: Adresse: Fräulein Elisabeth Goebel, (22a) Wuppertal-Elberfeld, Am Neuen Hessen 4. ‑ Bis Mitte Februar müssen die Satzungen im Entwurf fertig vorliegen und allen Lehrkräften zur Beschlußfassung über den endgültigen Wortlaut, zur Wahl der Verbandsleitung und Bildung der verschiedenen Arbeitsausschüsse wird eine Versammlung der Lehrkräfte der Schule einberufen und zwar voraussichtlich für den 19. und 20. April 1949 nach Lieme/Lippe, im Anschluß an die für Ostermontag, den 18. April 1949 vorgesehene Eröffnungsfeier der Schule. Ich bitte Sie deshalb schon jetzt, die Ostertage für diese Veranstaltung frei zu halten.

Die von Freiherrn von Schenck für Februar vorgeschlagene Zusammenkunft der Lehrkräfte ist an sich sehr begrüßenswert, jedoch hat die Aussicht auf die baldige Wiedereröffnung der Schule eine neue Lage geschaffen, und eine Verschiebung von Zeit und Ort der Zusammenkunft erschien deshalb ratsam. Diese Aussicht ist erst vor kurzem durch den Abschluß eines Pachtvertrages über ein Grundstück in Lieme spruchreif geworden, sodaß eine allgemeine Bekanntgabe noch nicht möglich war, auch muß die Genehmigung der Niederlassung von der Regierung Detmold noch eingeholt werden. Sobald sie erteilt ist, werden Sie durch ein Rundschreiben der Gesellschaft der Freunde genauer unterrichtet.

Von dem gleichzeitigen Schreiben an Freiherrn von Schenck gebe ich Ihnen nachfolgend auszugsweise Kenntnis.

Ihre Hedwig Andersen

‑ ‑ ‑ ‑ : ‑ ‑ ‑ ‑

Schönborn, den 29. November 1948

Lieber Herr von Schenck!

Auf Ihr Rundschreiben vom 15. November erwidere ich ebenfalls mit einem Rundschreiben, das schon in Vorbereitung war, als das Ihrige eintraf, und das ich Sie zu lesen bitte. unter den gegebenen Umständen erscheint es mir nämlich ratsamer, die geplante Zusammenkunft nicht in Giessen, sondern am neuen Sitz der Schule, in Lieme/Lippe zu veranstalten, schon damit unsere Lehrkräfte Gelegenheit haben, die neue Heimat der Schule gleich kennen zu lernen. Auch erlaubt die Verschiebung des Termins auf Ostern eine sorgsamere Abfassung der Satzungen durch die Ausarbeitung eines Entwurfes, der den Lehrkräften unterbreitet wird. Das soll zunächst schriftlich geschehen, weil dies eine allgemeinere und gründlichere Prüfung gestattet, an der vor allem auch unsere in der Ostzone wohnenden Lehrkräfte teilnehmen können. Diese Vorprüfung wird noch manche Anregung und Verbesserung bringen und die endgültige Beschlußfassung erleichtern.

Ihre Hedwig Andersen


Hedwig Andersen an Wilhelm Frhr. Schenck zu Schweinsberg (Rülfenrod)

Lehrervereinigung, Nr. 25

Schönborn, d. 20.1.49

Lieber Herr v. Schenck!

Für Ihren lieben Brief vom 16.12.48 danke ich Ihnen herzlich. Ich habe viel über ihn u[nd] manche seither erlebte Erfahrung nachgedacht. Aber zum Schreiben konnte ich nicht eher, als heute kommen. Ich habe eine lebhafte Korrespondenz mit den beiden Verlegern unserer beiden Bücher, die beide in neuer Auflage erscheinen sollen ‑ ganz unabhängig von einander „Kofler, Kunst des Atmens“ und Kallmeyer-Nachfolger „Atmung und Stimme“ zu führen gehabt, und eine Unmenge anderer Briefe, dazu die kurze Helligkeit der Tage in diesem „Poggenklima“ und meine schlechten Augen, so daß ich sehr behindert im Schreiben bin. Nun stellen Sie mir die Möglichkeiten Ihres Besuches vor Augen, die mich sehr beglückte u[nd] mir immer sagt: Wenn er kommt, kann man ja alles viel besser besprechen als schreiben, wozu meine Kräfte durchaus nicht reichen. Vieles ist mir aber jetzt durch die Erlebnisse und schlaflosen Nächte klarer geworden, als es mir etwa vor Weihnachten war. Aber einen Irrtum Ihrerseits muß ich doch aufklären. Es hat mich Niemand dazu bewegt, die von Ihnen geplante Zusammenkunft der Lehrkräfte zu verhindern. Ihre diesbezügliche Einladung kam mit dem selben Brief aus Lieme an, in dem die Zusammenkunft zu Ostern für die Einweihung der Schule mir angekündigt wurde, und da sagte mir mein praktischer Verstand sofort: zweimal in so kurzer Aufeinanderfolge werden die von Kiel bis München verstreuten Lehrkräfte sicher nicht sich leisten können, aber Alle werden bestimmt gern zur Einweihung der Schule dabei sein wollen, u[nd] so schien es mir auch am richtigsten und natürlichsten u[nd] am erschwinglichsten, diese zur Festsetzung der Lehrervereinigung zu benützen.

Lieber Herr v. Schenck! Heute denke ich anders durch die Erfahrungen, die ich gemacht habe u[nd] ich wäre daher doppelt beglückt, wenn Sie kämen, denn schreiben kann ich das alles nicht. Also sage ich jetzt auf baldiges Wiedersehen! (Hoffentlich) und grüße Sie aus Herzensgrund als Ihre alte, aber schrecklich dumme H. Andersen.

Nissen u[nd] Roloff grüßen auch herzlich.


Hedwig Andersen an Wilhelm Frhr. Schenck zu Schweinsberg (Rülfenrod)

Lehrervereinigung, Nr. 25

Schönborn, d. 5.4.49

Lieber Herr v. Schenck!

So gut es geht, möchte ich noch auf Ihren Brief vom 30.3. eingehen, kann aber nicht garantieren, daß die Augen noch für alles ausreichen, was mir und Ihnen auf der Seele liegt. Inbezug auf Ihre Einladung zum Februar habe ich Ihnen ja schon mündlich erklärt, daß sie weder durch meinen, noch durch irgend eines andern Menschen Entschluß hinfällig wurde, sondern lediglich durch das dazwischen liegende Erscheinen des ersten Prospektes der in Lieme gegründeten Schule, die die möglichst allgemeine Teilnahme an der Lehrerbesprechung aus praktischen Gründen auf die zu Ostern projektierte Zusammenkunft aller Lehrer mit der Einweihung verbinden sollte. Ich denke, die Sache ist nun erledigt.

Was nun die Bezeichnung meiner Persönlichkeit inbezug auf die Schulleitung anbetrifft, so ahnte ich nicht, daß noch eine dritte Auflage des Prospektes zu erwarten war. u[nd] hatte keine Gelegenheit, die Herausgeber der Prospekte auf eine Änderung aufmerksam zu machen. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie dies bei Gelegenheit der Einweihung mit der Gräfin besprechen würden. Ich habe gar keinen Sinn für derartige Beamtungen oder Betitelungen u[nd] habe längst vergessen, wie es nun eigentlich heißen sollte. Da ich zu Ostern nicht werde in Lieme sein können, bitte ich Sie, mich in dieser Sache zu vertreten. Da die Gräfin auch Jurist ist, wird sie Sie ja in diesem Punkt verstehen.

Nun noch ein paar Worte über die Neuerteilung von Diplomen. So weit ich solche in den letzten Jahren bewilligt habe, sind sie von mir mit der festen Zuversicht ausgegeben, daß meine Freundin mit mir übereinstimmen würde. Ich bin ganz einverstanden damit, daß in Zukunft die Diplomerteilung so gehandhabt wird, wie die freie Lehrerschaft es übereinstimmend mit der neuen Heimschule beschließt. Für die nun folgende Zeit bin ich nicht verantwortlich, da ich nicht mitarbeite. Für die bisher in den letzten 4 Jahren erfolgten und von mir erteilten Verleihungen aber übernehme ich voll u[nd] ganz die Verantwortung, denn mit den Inhabern habe ich selbst gearbeitet u[nd] kenne genau die Berechtigung. Sowohl Herr Menzel als auch Frau Noack sind menschlich und beruflich wertvolle Mitglieder unserer Schule und tragen auch durch ihre pädagogische Tätigkeit durchaus zur Verbreitung unserer Ideen und Grundsätze auf erzieherischem Gebiete bei, Frau Noack ist Musiklehrerin an der Oberschule für Mädchen in Kiel und Dozentin für Musik und Sprecherziehung an der Pädagogischen Hochschule in Kiel, Herr Menzel, der dem Herzen meiner Freundin und mir freundschaftlich nahe ‑ das ist wohl Beweis, daß er wie auch Frau Noack keine unwürdigen Mitglieder unseres Lehrerkreises sind. Menzel hat auch durch Veranstaltungen von Singwochen und von Arbeitswochen für unsere Schüler, an denen außer Fräulein Grauding und viele andere unserer besten Lehrerinnen mit Begeisterung teilnahmen, kräftig in unserm Weinberge gearbeitet. Er ist nicht etwa ein unwürdiges Mitglied, wie Sie lieber Herr v. Schenck zu glauben scheinen. Nun kann ich aber nicht mehr schreiben, es ist vielleicht der letzte Brief, den Sie von mir zu sehen bekommen u[nd] ich wundere mich selbst, daß ich das noch gekonnt habe. Seien Sie von Herzen gegrüßt und für Ihre rege Anteilnahme bedankt von Ihrer H. Andersen.

Ich ermächtige Sie, diesen Brief der versammelten Lehrerschaft vorzulesen.


Hedwig Andersen an Winfried Frhr. Schenck zu Schweinsberg (Schweinsberg)

Lehrervereinigung, Nr. 26

Schönborn, d. 13.4.49

Lieber Herr v. Schenck!

Mit sehr herzlichem Dank für Ihre sehr herzliche Teilnahme an der Angelegenheit: „Leiterin der Schule“ teile ich Ihnen mit, daß ich Ihren Rat sofort befolgt habe und die Gräfin Bredow gebeten habe, die Sache zu ändern. Ihrem Wunsche gemäß sende ich Ihnen das Heft „Hausmusik“ mit zurück. In vorzüglicher Hochachtung

Ihre ergebene

H. Andersen


Hedwig Andersen an Wilhelm Frhr. Schenck zu Schweinsberg (Rülfenrod)

Lehrervereinigung, Nr. 25

Schönborn, d. 2.5.49

Lieber Herr v. Schenck!

Umstehend sehen Sie die Antwort der Gräfin auf meine Anfrage der „Leiterin“ der Schule. So ist die Sache wohl erledigt und ich bitte Sie, diese Antwort auch ihrem Vetter mitzuteilen, dem ich für seine Anteilnahme sehr dankbar bin. Fräulein Roloff kommt nun zu ihrem ersehnten und wohlverdienten Feriengenuß hoffentlich gut bei Ihnen an. Ich bin Ihnen sehr dankbar dafür, daß Sie ihr dazu verholfen haben,

Herzlich grüßt Sie

Ihre H. Andersen

[Rückseite:]

Bitte durch Fräulein Nissen vorlesen lassen ‑ allseitige Grüße!

Lieme in Lippe, den 30.4.49

Sehr verehrtes, liebes Fräulein Andersen!

Am Wochenschluß fällt mir noch auf die Seele, dass ich Ihnen noch keinen schriftlichen Bescheid auf Ihre Frage betreffs etwaiger Haftung als Leiterin der Schule. Es ist mir leid, dass man Sie mit Derartigem quält, und wenn es Ihnen angezeigt erscheint, verweisen Sie bitte den Betreffenden an mich, damit ich ihm Bescheid schreibe. Seit 1937 hat die Gesellschaft alle geldliche Haftung für die Schule; Sie beide waren die Leiterinnen. Es erscheint mir selbstverständlich, dass Sie, wie Ihre Freundin, diesen Posten bis zuletzt innehaben.

Hier kommen die Dinge von Tag zu Tag mehr ins Normale. Kein Wunder, wenn soviel vernünftige Menschen wie Fräulein Grauding, Fräulein von Harling, Frau von Arnim, Anna Bruckner zusammenwirken. Jeder trägt zu seinem Teil dazu bei und auch die Helferinnen tun ihr Bestes.

Von Herzen Ihre dankbare

Maria     (Gräfin Bredow)


Hedwig Andersen an Wilhelm Frhr. Schenck zu Schweinsberg (Rülfenrod)

Lehrervereinigung, Nr. 25

Schönborn, d. 14.6.49

Lieber Herr von Schenck!

Sie erfahren an de, großen Briefbogen, daß ich allerhand auf dem herzen habe, aber ich weiß nicht ob ich alles werde abladen könne, weil meine Augen die ‑ zwischen dauerndem Licht und Schatten alle 2 Minuten wechselnde Beleuchtung schwer vertragen können. Zuerst aber muß ich Ihnen verkünden, daß Frl. Roloff glücklich wieder bei uns gelandet ist und zwar sehr glücklich in jeder Beziehung ‑ nicht nur körperlich sehr schön erholt, sondern auch geistig und gemütlich wie neugeboren. Sie haben wirklich ein gutes Werk an ihr getan durch Ihre Einladung, nirgend anderswo hätte sie sich wohl so glücklich gefühlt und ich freue mich mit ihr, daß Sie es ihr so väterlich-brüderlich- und mütterlich zugleich gestaltet haben. Haben Sie herzlichen Dank dafür, sie verdient wirklich, so behandelt zu werden und hätte grade das nirgend anderswo so haben können. Und das Alles trotzdem doch Ihr Gemüt, wie sicher auch Ihre Zeit durch den plötzlichen Tod Ihres lieben Bruders schwer belastet war. Ich vernahm dies s.Z. mit inniger Anteilnahme, konnte aber nicht gleich darüber an Sie schreiben, denn ich konnte nur denken, daß Sie, lieber Herr v. Schenck, als so nahestehender Anverwandter zu sehr in Anspruch genommen sein würden, um noch viele Briefe lesen zu können, die alle dasselbe sagen.

D. 15. Gestern konnte ich nicht mehr zum Schreiben kommen, da auch ich noch wieder Briefe lesen mußte, zwar erfreuliche Geburtstagsbriefe, die noch nachhinken, aber doch Zeit u[nd] Augenkraft in Anspruch nehmen. Auch Ihnen habe ich noch für Ihre guten Wünsche und Grüße zu danken ‑ wenn alles Gewünschte in Erfüllung gehen könnte, müßte ich noch 100 Jahre leben.

Sie werden wohl vor einiger Zeit einen Brief von mir durch Fräulein Seyd zugeschickt bekommen haben, der eine Diplomangelegenheit behandelt. Daß ich den nicht direkt an Sie schickte, liegt daran, daß ich vernommen hatte, Frl. Seyd hätte die Tätigkeit einer Schriftführerin in dem Fünferausschuß der Lehrerverbandes übernommen, und fühlte ich mich verpflichtet, an sie zu schreiben und es ihr zu überlassen, meine Gedanken u[nd] Angelegenheiten an die richtige Stelle zu befördern rascher an Alle die, die es anginge. Da sie aber nicht mit der Maschine schreiben kann, ist sie ja eigentlich garnicht zur Schriftführerin geeignet, da sie ja unter Umständen eine Sache an circa 30 verschiedene Interessenten schicken müßte! Dies nebenbei. Also die Lehrdiplomsache von Frl. Bruckner, die ja die Veranlassung zu meinem Schreiben war, ist nun kurzerhand durch unsere liebe Gräfin erledigt worden. Sie hat mit der Maschine ein Lehrdiplom nach dem Vorbild das von mir u[n] meiner Freundin s.Z. verfaßten Lehrdiploms für Frl. v. Harling zum Vorbild genommen, auf die Persönlichkeit Frl. Bruckners umgestellt und mir dies zur Unterschrift zugesandt, sie schreibt mit: Da es sich um die Bestätigung eines Zustandes handelt, der bereits in Seefeld zu Lebzeiten Ihrer Freundin bestanden hat, sind Sie zur Ausstellung zweifellos berechtigt. Das glaube ich auch und hoffe, daß Sie auch damit einverstanden sind. nun möchte ich noch ein paar Worte über die von mir in der Zwischenzeit von mir ausgestellten u[nd] von Ihnen stark beanstandeten Lehrdiplome sagen. Dr. Menzel, Frau Dr. Noack und übrigens auch Frau Bulgrin, die auch, wie Dr. Noack staatlich ausgebildete und geprüfte Schulmusiklehrerin ist, konnten ‑ ihrer staatlichen Berufsanstellung wegen nicht die „Helferzeit“ in unserer Schule ausfüllen. da sie ja nicht viermal ein Vierteljahr Urlaub nehmen konnten. Ebenso Dr. Menzel. Sie haben alle drei ihre Schulferien vieler Jahre hindurch benutzt, um selbst bei uns weiterzustudieren, was um so fruchtbarer war, da sie schon durch ihr eigenes Vorbildungsstudium für ihren Beruf als Schulmusiklehrerinnen musikalisch vorbildlich ausgebildet waren. Es war ja grade das heißeste Ideal meiner Freundin inbezug auf die Zukunft unseres Volkes, die Jugend, den Nachwuchs, also die Kinder in ihrer Entwicklung, zu erfassen und zu erziehen, also die Lehrer müßten erfaßt werden, um in den Schulen, besonders in den Volks- und Grundschulen und auch besonders durch die Musik und die Sprache, d.h. Stimme erzogen und sozusagen auferzogen werden zu können, denn die Eltern können das ja nicht, mit Ausnahme der wenigen Eltern, die unsere Schule kennen.

Daher habe ich keinen Anstand genommen, die Lehrdiplome Bulgrin, Menzel und Noack zu erteilen. Die 3 K: Kinder, Kunst, Krankheit schwebten meiner lieben Freundin immer vor und von diesen 3 Lehrdiplomen nicht unrechtmäßig oder leichtfertig erteilt worden sind. Ich weiß, daß die beiden Schulgesanglehrerinnen mit ihren Kindern sehr schöne Erfolge erzielt haben, ebenso noch eine Lehrerin in Kiel, Frl. Benedix, die bescheidenerweise kein Diplom verlangt hat, aber deren Kinder bei den Prüfungen besonders in „Sprache und Haltung“ von den Kreisschulinspektoren ganz besonders gelobt werden, Als Frau Selbmann in Rotenburg die Mittelschule hatte, war`s dieselbe Sache, Sprache und Bewegung war auffallend gut, der Schulinspektor sagte: Die Kinder sind ja schon für die nächste Stufe reif. Dann wurden von den dämlichen Nazis die Privatschulen angeschafft. Bei einer Arbeitswoche im Unterrichtsministerium in Berlin (1926), wo Frau Selbmann 5 Nachmittage je eine Stunde mit einer Parthie kleiner Jungen aus dem Norden Berlins gearbeitet hatte, sagte mir der Veranstalter Hilker: „Der Erfolg war ja verblüffend.“ Jetzt wird unser Buch „Atmung u[nd] Stimme“ neu gedruckt, da steht auch allerlei drin.

Hiermit schließe ich dieses Kapitel für heute ab u[nd] werde vielleicht später noch einmal über den Fall Noack in anderer Richtung meine Meinung kundtun, tue dies aber nicht Frau Noacks wegen, sondern in unserm, d.h. meiner Freundin u[nd] meinetwegen, um Ihnen unsern Standpunkt inbezug auf die Diplomerteilung für Schulleute verständlich zu machen. Für heute möchte ich nur noch inbezug auf die Satzungen der Lehrervereinigung die Bitte aussprechen, daß in der Einleitung, Abschnitt 3 etwa folgender Satz eingeschoben wird: Nach dem Ableben von Frl. Schlaffhorst und dem einstweiligen Aufhören der Stammschule lag die Verantwortung und etwaige Neuerteilung weiterer Lehrdiplome zunächst bei Frl. H. Andersen und liegt seit dem Bestehen der Lehrervereinigung bei dieser, oder und liegt seit dem Neu-Entstehen der Schule (Ostern 1949) der dabei gegründeten Lehrervereinigung ‑ wie Sie wollen, lieber Herr v. Schenck.

Ich wünsche dies nicht um meine Person vorzudrängen (Sie wissen wohl, daß das nicht meine Art ist), sondern um der Feststellung der Berechtigung und Gültigkeit der Diplome willen.

Ich war jedenfalls berechtigt dazu u[nd] habe fast immer dabei vermerkt, daß ich es im Sinne meiner Freundin tat. In meinem Innern bin ich ganz froh, daß ich jetzt nichts mehr damit zu tun habe.

Nun aber Schluß für heute, mir zittert schon etwas die Hand. Seien Sie herzlich gegrüßt u[nd] bedankt von Ihrer

H. Andersen.


Hedwig Andersen an Wilhelm Frhr. Schenck zu Schweinsberg (Rülfenrod)

Lehrervereinigung, Nr. 25

Schönborn, d. 26.10.49

Lieber Herr v. Schenck!

Kurz gesagt: Ich bin in Not! Nicht etwa, daß ich Sie anpumpen will, sondern in Gewissensnot, und brauche einen Ratgeber. Sie wissen was der Kofler ist u[nd] daß er bei Breitkopf und Härtel, Leipzig verlegt worden ist. Die Firma war immer sehr anständig u[nd] ist überhaupt erstklassig. nun schreiben sie mir vor einiger Zeit, daß sie jetzt eine neue Auflage (die 30sten) machen möchten, womit ich sehr einverstanden war. Aber sie meinten der K. wäre etwas überholt durch die neuesten Forschungsergebnisse auf physiologischem Gebiet u[nd] darin müßte er geändert werden. Damit bin ich nicht einverstanden. Ich schrieb an Dr. Aubel, der stimmte mir zu, er war aber zu überlastet, um mir die neuesten Ergebnisse zu schreiben u[nd] schlug vor, mich an Dr. Leutiger zu wenden! Den Erfolg ersehen Sie in beiligenden Brief (den ich gelegentlich zurück erbitte) Jetzt erhielt ich beiliegenden Brief von Br[eitkopf] u[nd] H[ärtel], den ich natürlich auch wieder haben muß. Nun sitze ich im Kleister ‑ ich wäre sehr dringend auf eine Einnahmequelle angewiesen, u[nd] bis die Papiernot im Osten besser wird, können Jahre vergehen. Überhaupt - was versteht der sog[enannte] „Kulturelle Beirat“ von Kofler u[nd] dem ganzen zu ihm gehörigen Gebiet? Nun kommt meine Not - soll ich abwarten, wie sich das klären wird ‑ oder soll u[nd] darf ich das Büchlein dem Verlag entziehen u[nd] einen Verleger auf deutschem Gebiet suchen? Raten Sie mir, ob die Letztere unanständig wäre? Dies kann ja auch noch lange dauern, bis ich den gefunden habe ‑ im stillen denke in an Karl Heinrich Möseler, Wolfenbüttel, den Nachfolger v[on] Kallmeyer, der unser Atmung u[nd] Stimme jetzt in Arbeit hat. (Kallmeyer ist während des Krieges verstorben) Der Nachfolger scheint eine Ahnung von der Bedeutung unserer Arbeit zu Haben. Ich möchte aber zuerst eine Antwort auf die obige Frage haben, wenn Sie es auch nicht wissen, vielleicht Ihr Vetter Winfried, oder Herr Amtsgerichtsrat Wendik? Ich meine eigentlich mit der Frage, ob ich juristisch einwandfrei handele, oder ob Br[eitkopf] u[nd] H[ärtel] mich dafür belangen könnten, wenn ich ihnen den Vorschlag mache. Die Gräfin ist ja auch Dr. jur., der kann ich aber jetzt nicht mit so etwas kommen, die hat ihren Kopf zu voll u[nd] ist mir auch literarisch wahrscheinlich nicht bewandert genug.

Na überhaupt Lieme! Es wird dort prachtvoll gearbeitet, aber gewirtschaftet? Alles schwenkt ins Ungewisse, Nebel schleichen in die Höh! Anita hat aber guten Mut, Gottlob! Herzlich grüßt Sie Ihre H.A.

Auch Roloff grüßt herzl[ich] Nissen liegt im Krankenhaus, wie Arnim!


Hedwig Andersen an Breitkopf und Härtel (Leipzig) [Briefentwurf von Wilhelm Frhr. Schenck zu Schweinsberg (Rülfenrod) und Winfried Frhr. Schenck zu Schweinberg (Schweinsberg)]

Lehrervereinigung, Nr. 25 und 26

Schönborn, den 7. November 1949

An die

Verlagsbuchhandlung Breitkopf & Härtel

(10 B) Leipzig C 1

Postschließfach 107.

Aus Ihrem Schreiben (B/he 20.9.49) habe ich mit Bedauern ersehen, daß die Druckgenehmigung für eine Neuauflage von Kolfers „Kunst der Atmung“ verweigert wurde.

Da die Nachfrage nach dem Werk groß ist und es von zahlreichen Lehrkräften als Grundlage ihrer Arbeit gebraucht wird, möchte ich mit einer Neuauflage nicht warten, bis bei Ihnen eine Besserung auf dem Papiermarkt eingetreten ist. ich habe bereits mit ärztlichen Sachverständigen Fühlung darüber genommen, wieweit einzelne kleine medizinische Formulierungen einer Neufassung bedürfen. Dabei wurde mir versichert, daß es sich nur um Kleinigkeiten ‑ Schönheitsfehler ‑ handelt, die mit Leichtigkeit ausgemerzt werden können. Das Werk bedürfe in seinen Grundgedanken und in seinem Aufbau noch heute keiner grundlegenden Änderung.

Unter diesen Umständen frage ich, ob Sie gemäß § 28 des Verlagsgesetzes Ihre Rechte an einen anderen Verleger, der durch Papierbeschränkungen nicht gehindert ist, abzutreten bereit wären. Im bejahenden Fall bitte ich Sie, mir diesen namhaft zu machen oder mir mitzuteilen, ob Sie mir überlassen wollen, ihn auszuwählen.

Ich hoffe, mit Ihnen zu einem Einverständnis zu gelangen, denn mit Rücksicht auf die jahrzehntelange fruchtbare und gute Zusammenarbeit mit Ihrem Verlage möchte ich nur ungern von dem Recht des § 32 des Verlagsgesetzes Gebrauch machen. Sie werden aber Verständnis dafür haben, daß ich in erster Linie unserem Lebenswerk verpflichtet bin.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Ihre ergebene


Hedwig Andersen an Wilhelm Frhr. Schenck zu Schweinsberg (Rülfenrod)

Lehrervereinigung, Nr. 25

Schönborn, d. 15.11.49

Lieber Herr v. Schenck!

Für die schnelle und so wundervolle Beantwortung meines Hilfeschreies danke ich Ihnen u[nd] Ihrem Herrn Vetter aus tiefstem Herzen. ich habe Ihren „Satz“ sofort unterschrieben u[nd] an Br[eitkopf] u[nd] H[ärtel] gesandt. Ich bin seither viel ruhiger in meinem Gemüte, ich allein hätte die Sache ja nicht im entferntesten so formvollendet u[nd] dabei respektvoll deichseln Können. Schon wenn ich nur daran dachte, daß auch Br[eitkopf und] H[ärtel] diese Schmach erleiden müssen, quoll mir alles Blut zu Kopf u[nd] Herz u[nd] ich hätte in einer Form geschrieben, die Br[eitkopf und] H[ärtel] nur hätte schaden können, ohne natürlich an der Tatsache etwas zu ändern. Bevormundung des deutschen Geistes durcg deb asiatischen! Ich habe schon in einer andern, mir sehr nahestehenden Sache die qualvolle Erfahrung machen müssen ‑ ich ich Ihnen vielleicht später einmal mündlich erzählen kann, schriftlich würde es zu umständlich für meine Augen sein. Diese Verhältnisse sind grauenhaft u[nd] qualvoll für ein so echt ostpreußisch patriotisch fühlendes Herz u[nd] ich muß mich sehr hüten, um nicht auch, besonders schriftlich, in Teufels Küche zu kommen, oder gar andern Menschen dahin zu bringen. Ein Trost ist mir auch in dieser Hinsicht Ihr u[nd] Ihres lieben Vetters Schrieb ‑ bitte grüßen Sie ihn tausendmal u[nd] nehmen Sie auch ebensoviel Grüße u[nd] Wünsche von Ihrer alten, aber noch nicht erstorbenen

H. Andersen.

Sobald ich von Br[eitkopf und] H[ärtel] Gegenäußerung habe, sende ich sie Ihnen.

Herzlichen Gruß von Roloff.


Hedwig Andersen an Anka Schulze (Rotenburg/Fulda)

Lehrervereinigung, Nr. 26

Schönborn, d. 25.11.49

Meine liebe Anka!

Soeben kamen Ihre Adventskekschen an, auch daran haben Sie als No. 2 schon wieder gedacht (No. 1 war Idler) ich danke Ihnen sehr herzlich für ihr treues Gedenken u[nd] freue mich vereint mir Roloff sehr innig, daß Sie Ihren Neffen nun wieder haben und in verhältnismäßig gutem Zustande. Was die Satzungen anbetrifft, so sind sie bei mir noch nicht eingetroffen, werden aber doch wohl bald kommen. Daß unsere liebe Gräfin einverstanden mit dem neuen Vorstand der Gesellschaft ist, freut mich sehr, hoffentlich ist sie es auch mit dem Vorschlag zur Ergänzung des Vorstandes für die Schule durch Herrn Sünkel u[nd] Dr. Leutiger!

Nach der erlebten Katastrophe wird sie doch wohl einsehen, daß hierbei besonnener Männervorstand sehr nötig ist unter den heutigen schweren Verhältnissen. Was nun die Frage über Frl. Toepfers Zugehörigkeit zur Schule Schl[affhorst-] A[ndersen] betrifft, so kann ich Ihnen nur beistimmen, nein. Sie hat sich ehemals unter Mitnahme von ‑ ich glaube 8 unserer Schülerinnen[1] ostentativ von unserer Schule getrennt u[nd] das wäre nicht so schlimm, wenn sie sich nur etwa gedrungen gefühlt hätte, eine selbständige Zweigschule zu gründen. Aber innerlich hatte sie sich schon lange vorher getrennt. Es haben mich damals mehrere fremde Schülerinnen, die zum ersten Mal bei uns waren unter Tränen gefragt, wie sie ‑ von m[einer] Freundin beauftragt ‑, d.h. als ergänzende Hilfskraft für m[eine] Freundin, doch ganz anders singen ließe, als Frl. Schlaffhorst. Ich wußte nicht, wie ich mich dabei verhalten sollte. Schließlich hat Frl. T[oepfer] mir nachher noch nachgesagt, ich hätte die Schülerinnen gegen sie aufgehetzt! Im Gegenteil, ich suchte immer zu erklären u[nd] zu vermitteln. Sie hatte es gar auch meiner Freundin ganz ehrlich immer wieder selbst gesagt, daß sie „da nicht mehr mitkönnte“. Die Trennung war also nicht nur äußerlich aus der Notwendigkeit zur Selbständigkeit, sondern innerlich aus der Unzufriedenheit mit dem System. Ich stimme also denen zu, die jetzt nein sagen: Sie fühlt sich sicher nicht als „Fortsetzung der Schule Sch[affhorst‑A[ndersen], sondern durchaus als selbständige Schule. Ich hoffe, ihr kein Unrecht mit dem zu tun ‑ ich habe echt und schwer in all den Jahren damit gerungen, kann aber zu keinem andern Resultat kommen. Fragen Sie nur die Kolleginnen Grauding, Ottmer, Schümann, ob sie sie noch als Kollegin betrachten. Ich hoffe, daß diese Zeilen noch rechtzeitig zu Ihnen gelangen. Immer mit herzl[ichen] Grüßen an Alle Ihre H. Andersen

Wie freut’s mich, daß Latzelchen bei Ihnen war.


Hedwig Andersen an Wilhelm Frhr. Schenck zu Schweinsberg (Rülfenrod)

Lehrervereinigung, Nr. 25

Schönborn, d. 11.1.50

Lieber Herr v. Schenck!

Eben schlägt es 11 Uhr u[nd] noch ist es so dunkel ‑ draußen, wie auch drinnen in meinen Augen. Mein Tisch ist ganz ans Fenster gerückt, sodaß der Wind immer durch die Ritzen auf meinen Fingern spielt ‑ ein schönes Stimmungsbild, gelt? Ich möchte gern, kann aber nicht Ihren lieben Brief noch einmal lesen, um ihn herzlich zu beantworten nur eins liegt mit schon sehr auf der Seele ‑ die Sache mit Breitkopf u[nd] Härtel. Ich habe aber bis heute noch keine Antwort darauf erhalten. Ich bin fest überzeugt, daß der „literarische Beirat“ ihn nicht abgeliefert hat, sonst hätte ich längst eine Antwort von Br[eitkopf und Härtel] So etwas wäre nie bei ihnen vorgekommen. Frl. Siem hat inzwischen mit Herrn Prof. Luther‑Göttingen, Direktor der Universitätsbibliothe, der Kofler u[nd] unsere Arbeit genau kennt über die Frage des Überholtseins gesprochen, er sagte: Kofler kann garnicht überholt werden, er ist ein grundlegendes Buch für die praktische Atmungsphysiologie, Herr Professor L[uther] ist auch der Ansicht, daß die ganze Angelegenheit sich nicht auf der literarischen, sondern auf der politischen Ebene abspielt, u[nd] riet dasselbe, was wir (ich u[nd] Sie u[nd] Ihr lieber Vetter) schon getan haben ‑ den Kofler aus der Russ[ischen] Zone heraus u[nd] in eine westl[iche] Zone zu befördern. Ihr Brief an Br[eitkopf und] H[ärtel] war übrigens ganz wundervoll, ich war begeistert u[nd] danke von ganzem Herzen Ihnen u[nd] Ihrem Herrn Vetter (der mir übrigens auch immer mehr ans Herz wächst) für die Hilfe. Aber was hilfts, wenn man es mit Spitzbuben zu tun hat? Kein brieflicher Versuch einer Verbindung oder Verständigung u[nd] selbst persönliche Annäherung würde sicher nicht zustande kommen bei der Absperrung der Zonengrenzen. Es ist eine ganz scheußliche Situation. Br[eitkopf und] H[ärtel] werden sicher schon mehr dergleichen erlebt haben. „Atem u[nd] Stimme“ ist bei Möseler, Wolfenbüttel in Vorbereitung u[nd] wird auf meinen Wunsch mit Deutschen Lettern gedruckt. Herzlich grüßt Sie u[nd] Ihren Herrn Vetter Ihre H. Andersen.


Hedwig Andersen an Maria Gräfin Bredow (Lieme)

Lehrervereinigung, Nr. 26

Schönborn, d. 30.1.50

Liebe Gräfin Maria!

Herzlichen Dank für Ihre Mitteilungen u[nd] den Prospekt. Was Sie über Töpfer schreiben, leuchtet mir Ein, wir fragen sie, so wie Sie es vorschlagen, das ist sehr gut, und dann muß sie ja selbst entscheiden und tun ihr kein Unrecht. Besonders, wenn Sie als Jurist es richtig finden. Der Text Ihrer Anfrage scheint mir sehr gut ‑ so ist es am besten u[nd] er giebt die letzte unwiderlegliche Klärung. Ich sende Ihnen die Stelle Ihres Briefes ein, obgleich Sie wahrscheinlich einen Durchschlag haben.

Daß Sie Fräulein Laus für die Wirtschaftsführung in Aussicht haben, finde ich sehr gut, hoffentlich erinnert sie sich recht genau dessen, was sie bei Frl. Roloff gelernt hat.

Ihr Brief kam soeben, am Spätnachmittag hier an u[nd] es drängte mich so stark, Ihnen meine Billigung bez[üg]l[ich] Toepfer mitzuteilen, daß ich sofort bei sehr schlechtem Lampenlicht schreibe, ich sehe mein Geschriebenes nur ganz schattenhaft, aber meine Einwilligung ist nicht schattenhaft, sondern sehr positiv, u[nd] ich bin neugierig, wie die Frage enden wird. Herzlichen Dank u[nd] Gruß an Alle Ihre H. Andersen.


Hedwig Andersen an Wilhelm Frhr. Schenck zu Schweinsberg

Lehrervereinigung, Nr. 26

Schönborn, d. 2.2.50

Mein sehr lieber Herr v. Schenck!

Der sehr liebe Brief, den ich gestern Nachmittag von Ihnen erhielt, kam insofern etwas zu spät, als ich schon an die Gräfin auf ihre Anfrage bezüglich T[oepfer] prompt geantwortet hatte. Ich habe mich bisher mit meiner Ansicht, die vollkommen mit der Ihrigen übereinstimmt, zurückgehalten u[nd] immer nur gesagt: das müssen die Lehrerinnen selbst entscheiden, womit ich ziemlich sicher auf Ablehnung zu rechnen hoffte. Nun hat also aber die Gräfin auch Recht, wenn sie meint, man müsse T[oepfer] selbst fragen, wie sie denkt, damit sie einmal endlich Farbe bekennen müßte. Die Argumente der Gräfin sind ganz richtig u[nd] sie meint sogar, wir würden

wir hätten keinen Rechtsgrund, sie einfach stillschweigend fallen zu lassen da sie nach ihrem Verlassen der Schule immer noch in den Mitteilungsheften unter den Lehrerinnen weiter angeführt wurde. Das war natürlich nicht richtig, begründet aber nun ..emaßen[?] die Berechtigung, sich auch heute noch als angehörig zu betrachten. Die Gräfin schreibt: „Wir haben also (meiner ‑ d.h. der Gräfin) Ansicht nach keinen Rechtsgrund, sie stillschweigend fallen zu lassen, u[nd] es erscheint mir nicht gut, sich gerade ihr gegenüber ins Unrecht zu setzen.“

Das sehe ich ein u[nd] schrieb der Gräfin umgehend, sie hätte Recht, auch schnitt ich aus ihrem Brief den Text aus, den sie für die Anfrage bei T[oepfer] aufgesetzt hatte u[nd] den ich ganz vortrefflich fand, damit sie ihn wörtlich so an T[oepfer] schicken konnte, wie sie ihn mir mitteilte, Leider kann ich ihn nun nicht ihnen einschicken, was mir sehr leid tut. Nun muß die Sache laufen, wie das Schicksal will, ich hoffe aber, daß T[oepfer] nicht mittun wollen wird. Sie ist ja so absolut selbstherrlich gesinnt! und hatte sich innerlich von unserer Arbeit schon losgesagt, als sie sich noch bei uns im Hause als Helferin befand.

Nun, mein lieber Freund soll ich Ihnen noch einen sehr herzlichen Gruß von Frl. Roloff bestellen u[nd] Ihnen sagen, sie hätte auch Augen zum vorlesen, u[nd] das ist wahr, ich setze hinzu, es ist nun wirklich mit meinen Augen so weit, daß ich nur noch ‑ wenn auch kümmerlich, schreiben kann, aber nicht mehr lesen kann. Wie auch das schmerzt, können Sie sich denken, aber zum Glück ist R[oloff] ebenso zuverlässig, wie Erne Nissen.

Sehr liebe u[nd] dankbare Grüße sendet Ihnen, lieber Freund, Ihre alte H. Andersen.


Hedwig Andersen an Wilhelm Frhr. Schenck zu Schweinsberg

Lehrervereinigung, Nr. 26

Schönborn, d. 4.1. [richtig 2.] 50

Mein lieber Herr v. Schenck!

Dieser Brief gilt Ihnen u[nd] Ihrem lieben Vetter gleichermaßen, ich bitte Sie also, ihn mit Ihrem lieben Vetter gemeinsam zu genießen, da ich nicht so viel schreiben kann ‑ meiner Augen wegen. Ich muß Ihnen Beiden immer wieder von Herzen danken u[nd] bin ganz erschüttert darüber, wie Sie Beide sich für meine Literatur einsetzen!

Die Sache liegt also so: Der vorletzte Brief Ihres Vetter (den ich an Br[eitkopf] u[nd] Härtel senden sollte) kam zu gleicher Zeit mit dem Schreiben von Br[eitkopf und] H[ärtel] bei mir an, das ich Ihnen hier mitsende. Es schien mir, daß der Brief Ihres Vetters gut gewirkt hatte, denn nun drängelten sie auf Herausgabe. Da sie aber immer noch etwas von „Überholung“ schwafelten, beschloß ich, mir noch ein Gutachten von medizinischer Seite zu besorgen u[nd] schickte den Brief Ihres Vetters nicht gleich ab, sondern bat Frl. Siem, den ihr bekannten Dr. Luther darum zu bitten. Den Erfolg hat mir A[nne] M[arie] Fischer heute abgetippt u[nd] ich lege ihn hier ein. Großartig!! nicht wahr? Das hat Dr. L[uther] direkt an Br[eitkopf und] H[ärtel] gesendet, Siem schickte mir einen Durchschlag, den A[nne] M[arie] 5. vervielfältigt hat, u[nd] Sie kriegen davon auch ein Exemplar. Mir liegt nämlich sehr viel daran, bei Br[eitkopf und] H[ärtel] zu bleiben. Es ist unbedingt die erste in Deutschland u[nd] hat uns immer vornehm und freundschaftlich behandelt, auch war es für Kofler die beste Empfehlung, daß das Büchlein bei ihnen erschien. Aus dem eingelegten ersehen Sie, daß es auch ihnen sehr daran, den Kofler zu behalten. Sollten Sie aber durch den Himmelhund von lit. Beirat gezwungen werden (der ja natürlich keine Ahnung hat) dann sende ich den zweiten Brief Ihres Vetters ab u[nd] trenne mich von Br[eitkopf und] H[ärtel], es wäre mir aber ein großer Schmerz ‑ das muß ich gestehen.

Der letzte Brief, lieber Herr Winfied, der mir die Kunde von Wiesbaden brachte, ist mir doch sehr wertvoll, weil ich nun Bescheid weiß, daß bei uns so etwas wie eine Filiale von Br[eitkopf und] H[ärtel] besteht u[nd] daraus schließe die Beruhigung wegen genügender Lieferung für den Verkauf und auch wegen der Frage: Ostgeld oder Westgeld für Preis des Büchleins u[nd] für das Honorar für die Übersetzerin. Ach, was hat man doch alles für Sorgen, wenn man so alt wird. Wie gut hat es doch meine liebe Freundin!

Sehr viele liebe Grüße sendet Ihnen Beiden Ihre dankbare H. Andersen.

A[nne] M[arie] hat auch gleich die Verfügung a[us] d[em] Schulverwal[tungs]blatt mit abgetippt.

Die Einlage v[on] Br[eitkopf und] H[ärtel] erbitte ich mir mit nächster Gelegenheit zurück.


Hedwig Andersen an Anka Schulze (Rotenburg/Fulda)

Lehrervereinigung, Nr. 26

Schönborn, d. 4.3.50

Meine liebe Anka!

Ich will versuchen, Ihrem so wichtigen, langen Brief, für den ich Ihnen herzlich danke, der Reihe nach zu beantworten, wenn es auch sicher lange dauern wird, bis er zu Ende kommt. Wie es mit einen Augen wird, schwebt noch immer. Der Gedanke an Operation ist mir auch schrecklich, aber so ist es auch schrecklich u[nd] wird wirklich immer schwerer zu ertragen. Aber auch Dr. v. Teppelkirch in Bad Eilsen schreibt mir, daß er auch schon daran gedacht hat ‑ ganz unabhängig von mir, daß ich nun wohl soweit wäre, daß an eine solche Hilfe gedacht werden könnte. Ich hörte bisher von ärztlicher Seite kein Bedenken dagegen. Er wundert sich auch, wie deutliche ich noch schreibe.

Nun der Brief von Frau Selbmann. Auch ich finde es nicht richtig, jetzt solche Fragen anzuschneiden. Ich habe ihr das auch geschrieben, wenn auch nicht mit diesen Worten. Frl. Grauding schreibt mir auch verwundert darüber. Man sollte doch jetzt die Schule möglichst in Ruhe arbeiten lassen, der Geist derselben wird ja doch von den Lehrerinnen getragen u[nd] bestimmt, und an dem zweifelt ja auch Frau S[elbmann] nicht. Die Gräfin arbeitet wie ein Dienstmädchen einstweilen u[nd] das wird ihr gut tun und ihren Tatendrang in richtige Bahnen lenken.

Die Frage wegen Toepfer scheint noch nicht gelöst. Das war ja eigentlich überflüssig, aber wenigstens dazu geeignet, daß T[öpfer] Farbe bekennt, obgleich ich noch nichts von dem Erfolg der Anfrage vernommen habe. Mir wäre es sehr recht, wenn die Sache negativ verläuft. Ich habe jetzt viel wichtigere Sorgen gehabt u[nd] noch ‑ wegen einer Neuauflage des Kofler. Ihnen das alles ausführlich zu schreiben, ist mir unmöglich, aber Winfried v. Schenck hat mir da sehr geholfen. Ich hoffe, daß alles zum guten verläuft. Was Schenck eigentlich in Lieme wollte, weiß ich nicht, ist auch egal ‑ er ist ein gutes Element und

[Schluß fehlt!]


Hedwig Andersen an Irmgard von Harling (Lieme) [Auszug]

Lehrervereinigung, Nr. 26

14. November 1950

... Seid nur nicht zu bescheiden wegen der Benennung der Schule! So wahr Fräulein Schlaffhorsts Leben, Sein und Lehren: Kunst, nichts anderes als Kunst war im höchsten Grade und in jeder Beziehung Kunst, so wahr ist auch Eure Arbeit ‑ das Erbe von Fräulein Schlaffhorst ‑ Kunst. Es ist nicht nur „Kunst“, auf dem Podium zu stehen und beklatscht zu werden. Diese Arbeit in der Stille der Schule mit der Hingabe von Körper, Geist und Seele ist auch Kunst und führt auch Berufene zur Kunst im äußeren Sinne. Machen Sie sich nur darüber keine unnötigen Gedanken, meine Geliebten! Halten Sie nur das Erbe von Fräulein Schlaffhorst immer weiter so hoch, dann dürfen Sie sich keine Gewissensbisse über die Benennung machen. Dürer: „Denn wahrhaftig steckt die Kunst in der Natur, und wer sie heraus kann reißen, der hat sie.“ Haben wir es verstanden, die Kunst aus der Natur herauszureißen und verstehen Sie alle es aber nicht? Alles was in unserer Schule geschieht, ist doch nur das Studium, wie man aus der Atmung, der Sprache und dem Gesang, die alle drei „Natur“ sind, die Kunst herausholen kann.

Ich wäre sehr traurig, wenn der Name der Schule umgeändert werden sollte und bitte Euch, damit zu warten, bis ich tot bin. ...


Hedwig Andersen an Irmgard von Harling? [Auszug]

Lehrervereinigung, Nr. 26

[November 1950]?

... Dazu möchte ich noch sagen, daß doch jedes Konservatorium eine Schule ist, in der viele Schüler in allen nur denkbaren „Künsten“ unterrichtet werden ohne daß auch nur die Hälfte davon große „Künstler“ würden. Unser Unternehmen ist eben auch nur eine Schule für die Kunst des Atmens, Sprechens und Singens, welche Künste alle nicht ohne einander gelehrt werden können, und doch kann jeder Mensch auch ohne Schule atmen, sprechen und auch auf seine Art singen ‑ glaubt man ‑ und doch müssen so viele Menschen es erst lernen ‑ in einer Schule oder im „Konservatorium“ lernen. Bitte schreiben Sie mir doch d[as] Resultat Ihrer diesbezüglichen Besprechungen. ...


Hedwig Andersen an Anka Schulze (Rotenburg/Fulda)

Lehrervereinigung, Nr. 26

Schönborn, d. 22.11.50

Liebe Anka!

Ihre beiden letzten Briefe schneiden 2 so wichtige Fragen an, daß ich nicht weiß, ob ich alle Beide werde auf einen Sitz beantworten können. Zuerst die Benennung der Schule. Sie schreiben selbst: Welche Welt tut sich doch auf, wenn man Ihre Schüler singen, sprechen, spielen hört! Und dieses Werk und das Wirken daran ist größer, als alle menschlichen Schwächen und Schwierigkeiten u.s.w. Und das soll keine Kunst im höchsten Sinne sein? Sie wissen doch wohl, daß die musikalische Kunst Urgrund, Ausgangs- und Zielpunkt der ganzen Schule war und immer sein wird und muß. so lange noch einer von den alten Schülern lebt, der noch bei Cl. Schlaffhorst seine Ausbildung erlebt hat. Diese Arbeit ist auch eine Kunst und wird so lange Kunst bleiben, so lange noch einer der alten Schüler lebt, und in dem alten Sinne weiterarbeitet. Künstler im höchsten Sinne können nicht gemacht  werden und auf der Bühne u[nd] im Konzertsaal stehen so manche Leute, die nicht im höchsten Sinne Künstler sind, und kaum eine Ahnung von der Heiligkeit der Kunst haben, die unsere Schule ins Leben gerufen hat und die auch heute noch den Hörern „eine Welt erschließt“, wie Sie selbst sagen.

Ich habe zu diesem Thema noch so manches in meinem Innern, das ich aber nicht zu Papier bringen, sondern nur von Mensch zu Mensch sagen könnte, wenn ich Sie einmal hier hätte, liebes Fraulein Schulze, oder liebe Anka!

D. 24. weiter. Sie sind in Ihrer phänomenalen Bescheidenheit leicht geneigt, auf solche Einwendungen einzugehen und sich womöglich noch an die Spitze der bösen Buben zu stellen, aber sagen Sie selbst: Ist das keine Kunst, was unsere Lehre Ihnen Allen hinterlassen hat? Aber liebe Anka: wenn dich die bösen Buben locken, u.s.w.

Pfeifen muß man auf solche Klugkosereien und fest bei der Stange bleiben, pfeifen auf die böswillige „Kritik“, die keiner berechtigten Prüfung, sondern dem Neid und der Dummheit entspringt. Genug davon, An Harling habe ich auch schon geschrieben deswegen und sie gebeten, mit solcher grundlegenden Änderung der Bezeichnung unserer Arbeit zu warten, bis ich tot bin.

Und nun gar die Gräfin mit ihrer baumstarken Anmaßung! „Freie Rede“ ist doch bloß der Deckmantel für ihr Streben nach einem Lehrdiplom, wozu sie aber nach meiner Überzeugung keinerlei Berechtigung hat. Es widerspricht ja gröblichst dem Prospekt der Schule, wo das Alter der Bewerber für die Aufnahme auf höchstens 30 Jahre festgesetzt ist. Ausnahmen in besonderen Fällen sind möglich! Damit hat sie sich schon ein Löchchen zum Durchschlüpfen vorgesorgt, aber 50 Jahre alt ist doch gar zu dick zum Durchschlüpfen. Und dann: was Sie sagen, liebe Anka, ist ganz richtig: Jeder der beiden Posten verlangt einen ganzen Menschen. „Niemand kann zween Herren dienen! Das habe ich ihr auch schon schriftlich gesagt, aber sie bleibt hartnäckig bei ihrem Streben. Dagegen beruft sie sich hartnäckig darauf, daß wir m[eine] Freundin und ich ihr die Ausbildung in unserer Schule schon in Hustedt versprochen haben. Und ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, das getan zu haben, sollte es dennoch wahr sein, so war sie auch damals beträchtlich jünger, aber jetzt: über 50! Unmöglich! wir oder vielmehr Ihr dürft solch einen Präzedenzfall keinesfalls schaffen! Nun genug für heute, liebe Anka, ich muß an die Luft und Sie werden auch an dem Brief zu knacken haben. Also Lebewohl, viel herzliche Grüße von mir u[nd] Frl. Herholz, die die verreiste Frl. R[oloff] bei mir vertritt. Es freut mich, daß Ihr Fuß jetzt richtig ist. Wie wohl werden Sie sich jetzt wieder zulaufen fühlen!

Immer Ihre alte H. Andersen

Herzl[ichen] Dank für den Briefumschlag!


Hedwig Andersen an Anka Schulze (Rotenburg/Fulda)

Lehrervereinigung, Nr. 27

Schönborn, d. 19.4.52

Liebe Anka!

Ich finde mich nicht mehr durch! Sie und unser Schenck schreiben mit die sorglosesten und idyllischten Brief, als wenn gar nichts vorgefallen wäre, so zu sagen „mit lächelndem Munde ‑ u[nd] dabei müssen doch allerhand störende Sachen zwischen Euch und Winfried geschehen sein, die Euren und meinen Seelenfrieden erheblich erschüttern. Baron Winfried hat mir meine Vollmachten zurückgeschickt, aber mit einem ganz herzigen Brief, der mich noch mehr erschüttert, als die Absage in der Koflersache an diesen Schwankungen schuld ist und das Ganze ‑ stopp! sagt das Schicksal! Eben brachte mir Frl. Fischer ein Telegramm aus Berlin von Prof. Vogler mit der Anfrage: „Wären Sie einverstanden, wenn die Zeichnungen aus dem Kofler wegblieben

d. 20.4. weiter

Also gestern trat das Schicksal und die telegrafische Anfrage mir dazwischen und hinderte mich am weiterschreiben. Ich antwortete gestern sofort ‑ auch telegrafisch, der Wahrheit gemäß: Wünsche keine Zeichnungen im Kofler. Und das möchte ich auch Ihnen, meine liebe Anka auf alle Ihre Vorschläge über diesen Punkt heute, nachdem ich mich ziemlich die Nacht über daraufhin geprüft habe, zurufen. Ich sehe keine Notwendigkeit für Abbildungen, die Stellungen für die Atemübungen sind deutlich im Text des Buches beschrieben, meine Freundin und ich wir waren ganz einig in dieser Ansicht und der immer steigende Verkauf des Buches hat bewiesen, daß sie ‑ die Ansicht ‑ richtig war. Um so mehr in der heutigen Zeit, wo die Papierknappheit so groß ist. Die Herstellung des Buches würde mit jeder Auflage noch mehr Zeit u[nd] Kosten erfordern und wie gesagt: die Beschreibung im Text ist vollkommen ausreichend u[nd] verständlich.

Ich bitte Sie also herzlich, von dieser gut gemeinten Idee Abstand zu nehmen und dem Erscheinen des Buches keine weiteren Hindernisse zu bereiten. Ich glaube auch, daß sie Unstimmigkeiten, von denen Ihre karte spricht, mit dieser Frage zusammenhängen und bin sehr gespannt auf Ihre nächste Nachricht. Jedenfalls ist Herr Professor Vogler der Einzige, der mich um meine Ansicht über die Notwendigkeit von Zeichnungen befragt. Diese Ansicht ist nicht von heute und gestern, sie besteht schon ‑ in Übereinstimmung mit meiner Freundin ‑ seit vielen Jahren. nun werde ich diesen Brief an Sie nicht gleich abschicken, sondern erst, nachdem ich Ihren angekündigten Brief erhalten habe.

Von uns kann ich nur melden, daß mein Fräulein Roloff ist 3 Wochen verreist ist, ursprünglich nur für 8 ‑ 10 Tage ‑ zur Einsegnung ihrer Patennichte in Essen. Dann mußte sie noch anschließend nach Lingen zu ihrer Schwester, dann erkältete sie sich und konnte nicht reisen und nun ist sie schon 3 Wochen fort und Fräulein Kersten, die Sie ja auch kennen, vertritt sie und so bin ich, Gottlob, nicht verlassen, sondern sehr gut aufgehoben. Eben sagt sie mir, daß Sie sie auch kennen. Sie ist sehr gut von Roloff eingeschult und macht ihre Sache sehr gut. Das Wetter ist seit 8 Tagen prächtig, fast sommerlich, wie bei Ihnen wahrscheinlich auch ‑ so kann man doch schöne spazieren gehen, wenn man nicht Briefe schreiben muß. Wie schön wäre es, wenn Sie uns mal besuchen könnten, es giebt auch sehr schöne Spaziergänge hier ‑ nun läutet es eben zu Mittag, bald erscheint der Postbote! Atmung und Stimme ist nun wieder erschienen und zu meiner großen Freude in deutschem Druck!

Nachmittags weiter! Vormittag hatte ich ganz vergessen, daß heute Sonntag ist, wo natürlich kein Postbote kommt. nun muß ich noch bis Montag Mittag warten, bis der nächste Brief kommt!

Das Telegramm von Prof. Vogler lautete: wären Sie einverstanden, wenn die Zeichnungen aus dem Kofler wegblieben? Ich antwortete sofort, auch telegrafisch: Wünsche eine Zeichnungen im Kofler, Gruß. Nur bin neugierig ob morgen ein Brief von Ihnen kommt!

Schönborn, d. 24.4.52

Meine liebe Anka!

Eben sehe ich, daß meine Hand ganz zitterig ist, die Tage waren für mich sehr beunruhigend und die Nächte erst recht, aber ich hoffe, daß … da Sie dort nun auch zu einem beruhigenden Schluß gekommen sind ‑ wieder allerseits Ruhe eingetreten ist und bei mir auch eintreten wird.

Für Ihre Karte an Vötterle danke ich Ihnen ‑ so bin ich doch nun auch mit dem neuen Verleger in Verbindung gekommen, was schon lange hätte geschehen müssen ‑ ich habe ihm dasselbe geschrieben, was ich an Professor Vogler telegraphierte, nämlich, daß ich keine Zeichnungen im Kofler wünsche und ich denke, das wird ihm auch das liebste sein, denn nun lann ja das Buch ohne weiteres fertig abgeliefert werden.

Daß Sie mit Winfried wieder in Ordnung gekommen sind, freut mich sehr, ich war doch sehr traurig über seine Absage, hoffe aber, daß nun wieder Friede im Staate Jerichow herrscht und daß das Büchlein nun baldigst reisen kann. Frl. Roloff ist jetzt wieder ‑ leider sehr erkältet ‑ zurück, wird sich aber hoffentlich bald erholen. Die Zeichnungen lege ich ein ‑ sie sind ja an und für sich sehr zweckmäßig, aber im Kofler überflüssig. Mit herzlichem Gruß u[nd] Dank für alle Ihre Bemühungen Ihre alte

H. Andersen.


Vollmacht von Hedwig Andersen für Anka Schulze

Lehrervereinigung, Nr. 25

Schönborn b[ei] Eutin, d. 28.4.1952

Hiermit erteile ich, Fräulein Hedwig Andersen, wohnhaft in Schönborn b[ei] Eutin, an Frau Anka Schulze in Rotenburg /Fulda

VOLLMACHT

mich in Angelegenheiten der Neuauflage des Buches „Die Kunst des Atmens“ von Leo Kofler zu vertreten. Sie ist befugt, in meinem Namen die Urheber- und Übersetzungsrechte geltend zu machen, welche mir als Übersetzerinnen und Herausgeberinnen des genannten Werkes zustehen.

Die Vollmacht erlischt nicht mit meinem Tode, sondern gilt für meine Erben solange, bis diese sie widerrufen.

........................

Die vorstehende Unterschrift der Fräulein Hedwig Andersen aus Schönborn b[ei] Eutin wird hiermit amtlich beglaubigt.

Hedwig Andersen


Hedwig Andersen an Anka Schulze (Rotenburg/Fulda) [Postkarte]

Lehrervereinigung, Nr. 27

[Poststempel: Eutin ...6.53]

Mein liebes Fräulein Schulze! Ich erhielt und bestätige Ihre Nachricht von der Vorstandswahl der Lehrervereinigung der Schule Schlafhorst‑Adersen und bin damit einverstanden, daß W. Seyd, I. v, Harling, A. Schulze, wiedergewählt, G. Schümann und I. Ziegler neugewählt wurden.

Ich habe mich sehr über den herzlichen Gruß der Anwesenden bei der Pfingsttagung in Lieme gefreut und hoffe, noch nähere Nachricht über den Verlauf derselben zu erhalten. Mit sehr herzlichem Dank und Gruß Ihre

alte Hedwig Andersen.


Hedwig Andersen an die Teilnehmer der Pfingsttagung der Lehrervereinigung (Rotenburg, 5.-12. Juni 1954)

Lehrervereinigung, Nr. 27

Meine lieben Cumpane Alle!

Wie gerne wäre ich mit Fräulein Roloff mitgefahren, um Euch Alle einmal Alle miteinander zu sehen, und kennen zu lernen aber ‑ es wär so schön gewesen, es hat nicht sollen sein. Wenn ich mir ein Jahrzehnt abbrechen und beiseite legen könnte, dann ginge es vielleicht noch, aber so nahe an 90 geht es nicht mehr. Ich begrüße Euch aber sehr herzlich Alle in meinen Gedanken und wünsche Euch von ganzem Herzen Gesundheit, viele Schüler und viel Freude an diesen, und viel Freude an dieser „Tagung“, die hoffentlich wieder unter dem Motto: Seid einig, einig, einig! verläuft und sich damit dem Erfolg aller früheren Tagungen anschließt! In herzlichem Gedenken und Gedanken die alte Hedwig Andersen.



[1]          Nach Angaben von Waltraud Seyd (Sülze) vom April 1999 gingen mit Ilse Toepfer im Jahre 1935 folgende Ausbildungsschülerinnen nach Berlin-Nikolassee: Milla von Prosch, Margarete Lentze, Waltraud Seyd, Hilde (Langer-) Rühl, Caroline von Metzsch, Martha von der Recke, Liesel (Fütterer geb.) Vollmer,  Kläre (Menzel geb.) Heuer, Marianne Müller, Christine von Solms‑Lich, Friederike von Solms‑Lich, Dorothea (Hölscher geb.) Requart, Ingeborg (Holzer geb.) Stampa; außerdem Lili Usener, die bereits kurz zuvor Hustedt verlassen mußte.



Ende Andersen an Lehrervereinigung und Gesellschaft
 

 


10. Neubeginn (Hohenlimburg, Lieme, Lehrervereinigung)

 

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