„Die Frau in Haus und Beruf“
Berlin 1912
Zweck: Der Deutsche Lyceum-Club,
der einen Mittelpunkt für die mannigfachen Bestrebungen der heutigen Frauenwelt
bildet, will durch eine Ausstellung diesen Bestrebungen einen sichtbaren
Ausdruck geben. Die Ausstellung soll die Leistungen der deutschen Frauen
unserer Zeit in zusammenfassender Form veranschaulichen und zur Darstellung
bringen.
Jede
Gymnastik, jede Sportübung, kurz jeder Versuch der Körperkultur wird nur halb
seinen Zweck erfüllen, wenn er sich lediglich auf die äusseren Muskeln und Gebärden
erstreckt, die inneren, die Atmungsmuskeln, aber unberücksichtigt lässt. Nur
wenn die Bewegung des Körpers aus einer inneren Empfindung herauswächst und
bewusst mit der entsprechenden Atmungsfunktion verbunden ist, wird mehr als
reiner Muskeldrill, ‑ wird Körperkultur im höheren Sinne zu erreichen sein.
Denn die Atmung ist die Gebärde der Seele, und jede geistige und seelische
Bewegung spiegelt sich in der Atembewegung schneller noch als in der
körperlichen. Aber auch vom rein hygienischen Standpunkt ist es
empfehlenswert, dem Studium der äusseren Bewegungen der Atemgymnastik1) vorangehen zu lassen. Denn
es ist für die Innervation der Muskeln wie für den Rhythmus des Blutes, für die
Entwicklung des Brustkorbes und der Stimme wie für die Herztätigkeit weitaus
förderlicher, wenn z. B. die Bewegungen des Laufens, Turnens, Tanzens, Ruderns
usw. von bewusst geregelten systematisch beherrschten Atmungsbewegungen
begleitet werden.
Turnen, Tanzen,
Körperkultur:
Frau Klingenberg und Frau Melchers-Fritze.
Ausstellerinnen: